Das Land ist über gefälschte Corona-Pässe informiert und will den Missbrauch bald stoppen. <BR /><BR /><BR /><i>Von Ulrike Huber</i><BR /><BR /><BR /> „In 30 Minuten und nach 3 Bier war der Green Pass am Handy“, gesteht einer, der es aus Spaß versucht hat. Gemeinsam mit Freunden hat der Mann eine Methode gefunden, einen QR-Code am Handy erscheinen zu lassen, der eine Verbindung zur vermeintlichen Sabes-Seite mit dem grünen Häkchen herstellt. Er selbst hat nicht im Sinn, es je anzuwenden, es war mehr eine technische Herausforderung, ein Spiel unter Freunden. Würde er sie nutzen bzw. in Umlauf bringen, hätte das gravierende – auch strafrechtliche Folgen. <BR /><BR />Bereits 2 Tage nach der Einführung des Südtiroler Corona-Passes kursiert eine Hackvariante. „Man muss dazu nicht einmal die Sabes-Seite hacken, es reicht eine Kopie der Seite mit dem grünen Häkchen, auf welche man mit einem Klick auf den QR-Code am eigenen Handy geleitet wird“, erklärt der Hacker. Allerdings funktioniert der Trick nur, wenn beispielsweise der Gastwirt all jene Gäste ins Lokal lässt, die mit erhobenem eigenen Handy an ihm vorbeigehen. Nutzt der Gastwirt sein Gerät zur Kontrolle, klappt das nicht. <BR /><BR /><embed id="dtext86-48817089_quote" /><BR /><BR />Stephan Ortner, Direktor der EURAC, wo diese Handyanwendung entwickelt wurde, seufzt zwar, aber meint: „Wir wussten, dass das keine sichere Variante ist – wir haben auch kein Geheimnis draus gemacht“. Allerdings sei in der Kürze keine bessere Variante möglich gewesen. „Am 5. Mai kommt eine Variante, die sicher ist und den EU-Vorgaben entspricht“, sagt Ortner. Es bleibe zwar weiterhin ein QR-Code, der werde aber anders gestaltet. <BR /><BR />In der Zwischenzeit appelliert er an die Nutzer der Vorteile durch den Green Pass. „Wer kontrolliert, sollte nicht an den eigenen kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteil denken, sondern an die langfristigen Folgen. Dasselbe gilt für diejenigen, die den QR-Code vorweisen“, sagt Ortner. „Wenn es nicht klappt, müssen wir über kurz oder lang wieder alles schließen. Und das bedeutet dann auch, dass wir uns die Freiheit nicht verdient haben, dass wir nicht schlau genug sind, die Probleme intelligent zu lösen“, spricht Ortner Klartext. <BR /><BR />Wer erwischt wird, weil er eine gefälschte Variante des Green Pass vorzeigt, macht sich der Urkundenfälschung strafbar. Dafür sieht das Strafgesetzbuch mehrjährige Haftstrafen vor. „Diese Straftat könnte durch den Vorwurf der Gefährdung der öffentlichen Gesundheit bzw. sogar des Betrugs, sollte Geld damit verdient werden, erschwert werden“, sagt Ortner.<BR />