Dienstag, 01. September 2020

„Corona-Regeln gelten für alle gleich“

Auch wenn die italienische Schule mit dem Szenario „Grün“ ins Schuljahr starte, heiße das nicht, dass dort keine Corona-Sicherheitsregeln gelten. Diesen Eindruck hätten jetzt aber viele Eltern in der deutschen Schule, hat Bildungs-Landesrat Philipp Achammer festgestellt. Dass die deutsche Schule mit „Gelb“ und nicht mit „Grün“ beginne, liege an Größe und Verteilung der Schulen bis ins kleinste Bergdorf.

Landesrat Philipp Achammer.
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Landesrat Philipp Achammer. - Foto: © ANDREAS KEMENATER
Abstand halten im Klassenzimmer, Maske tragen in Gängen und beim Eintritt und Verlassen der Schule, Handhygiene: All das seien Sicherheitsvorkehrungen, die in allen Schulen, egal welcher Sprachgruppe, gelten. Das betont Achammer, der feststellt, dass viele Falschinformationen in der Bevölkerung kursieren.



Dass die italienische Schule dennoch den Eindruck vermittle, „normaler“ das Schuljahr unter Corona-Bedingungen angehen zu können als die deutsche Schule, liege daran, dass die deutsche Schule „um ein Vielfaches mehr Schüler hat und nicht nur im urbanen Bereich angesiedelt ist“, sagt Achammer. In der deutschen Schule findet man die Zwergschule am Berg ebenso wie das Schulzentrum mit 4000 Schülern. Deshalb müssten Begleitmaßnahmen, wie der Schülertransport, mitbedacht werden, was im italienischen Bereich mit den großteils städtischen Schulen nicht in diesem Ausmaße notwendig ist.



Außerdem beklagen italienische Schulen weniger Platzprobleme, andere setzen auf extragroße Klassen in großen Sälen. Aber auch das oft diskutierte Schüler-Lehrer-Verhältnis – in der italienischen Schule kommen weniger Schüler auf einen Lehrer als in der deutschen Schule – dürfte eine Rolle spielen.

Dass viele die Maßnahmen für übertrieben halten, weiß der Landesrat. „Es gibt 2 Gruppen: eine, die alles in Frage stellt und bereits ankündigt, sich an keine Regeln halten zu wollen und die andere, die sich Sorgen macht. Unsere Verpflichtung ist es, für Sicherheit zu sorgen und alles zu tun, um neue Schulschließungen – ob lokal oder landesweit – zu verhindern“, sagt Achammer. Dass man in Südtirol nicht übertrieben reagiere, sehe man an Bayern, das eine befristete Mundschutzpflicht in der Schule einführt und an anderen deutschen Bundesländern, die Schulen wieder geschlossen haben.

wib

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