Sonntag, 29. März 2020

Corona-Situation weltweit: Ein Überblick

Die Coronavirus-Pandemie hat Europa und die USA weiter fest im Griff: Europaweit sind nach offiziellen Zahlen vom Samstag mehr als 30.000 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. In den USA stieg die Zahl der Toten auf mehr als 2100. In Wuhan in China, dem Ausgangspunkt der Pandemie, kehrte wieder etwas Normalität ein. In Spanien wird das öffentliche Leben weiter heruntergefahren.

In Wuhan nahm die Pandemie ihren Ausgang.
In Wuhan nahm die Pandemie ihren Ausgang. - Foto: © APA (AFP) / NOEL CELIS
Weltweit wurden inzwischen mehr als 30.000 Corona-Todesfälle gemeldet, mehr als 640.000 Menschen infizierten sich. Italien ist mit mehr als 10.000 Todesfällen weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Binnen 24 Stunden starben dort 889 Menschen an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Keine Neuinfektionen in Wuhan

In Wuhan kehrte langsam wieder der Alltag ein. Die vor mehr als 2 Monaten angeordnete Isolation wurde gelockert. Die Einreise in Millionenmetropole ist nun wieder erlaubt, das Ausreiseverbot gilt noch bis zum 8. April. Die Provinz Hubei mit der Hauptstadt Wuhan meldete am Samstag den vierten Tag in Folge keine neuen Erkrankten. Die Zahl der bekannten Ansteckungen erhöhte sich in ganz China auf 81.439, wie die Gesundheitsbehörden mitteilen. Das Land hat insgesamt 3300 Todesopfer infolge der Virus-Erkrankung zu beklagen.

In Spanien wurden mehr als 5800 Todesfälle verzeichnet, auch dort erhöhte sich die Zahl der Opfer innerhalb eines Tages um mehr als 800. Im Kampf gegen die Pandemie ordnete die Regierung in Madrid die vorübergehende Schließung aller „nicht lebenswichtigen“ Unternehmen an. Alle Angestellten dieser Firmen sollten in den kommenden 2 Wochen zu Hause bleiben, teilte Regierungschef Pedro Sánchez mit. Eine ähnliche Regelung gilt auch in Italien.

Auch in Deutschland geht der Anstieg der Corona-Fallzahlen weiter: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstag stieg die Zahl der Infizierten um 6294 auf 48.582. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 325. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete für Deutschland bereits knapp 57.700 Infizierte und 433 Todesfälle.

Über 124.000 Fälle in den USA

In anderen Teilen der Welt steht das Schlimmste noch bevor. Die USA haben China und Italien bei der Zahl der Erkrankungen inzwischen überholt und sind mit mehr als 124.000 Fällen das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Mehr als 2100 Menschen in den Vereinigten Staaten starben an der Lungenkrankheit Covid-19. Unter ihnen ist auch ein Säugling aus Chicago.

Wegen der Pandemie leben noch immer mehr als 3 Milliarden Menschen rund um den Globus in häuslicher Isolation. Für Irritationen sorgte am Samstag ein Vorstoß von US-Präsident Donald Trump, der wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus an der Ostküste eine Abriegelung des Bundesstaats New York und angrenzender Regionen in Erwägung zog. Wenige Stunden später rückte er von dem Vorhaben wieder ab, das unter anderem New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo kritisiert hatte.

In Frankreich, das mit 2300 Toten die fünfthöchste Todesrate aufweist, war die Ausgangssperre um weitere 2 Wochen bis 15. April verlängert worden. Aus Italien und Frankreich wurden am Samstag die ersten schwerkranken Corona-Patienten nach Deutschland ausgeflogen. 2 Franzosen wurden aus dem nordostfranzösischen Metz nach Essen, 6 Italiener von Bergamo nach Köln geflogen. Auch die Berliner Charité nimmt nach Angaben der Berliner Senatskanzlei Patienten aus Italien und Frankreich auf.

Erste Erfolge in Australien

In Australien zeigten die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nach Einschätzung der Regierung erste Erfolge. Obwohl die Zahl der Erkrankungen zweifellos weiter deutlich zunehme, habe sich dieser Anstieg immerhin verlangsamt, sagte Premierminister Scott Morrison. Der Zuwachs sei in den vergangenen Tagen bei 13 bis 15 Prozent gelegen. Vor einer Woche habe er noch 25 bis 30 Prozent betragen.

Boris Johnson stimmt Landsleute auf schwere Zeiten ein

In Großbritannien stimme Premierminister Boris Johnson seine Landsleute mit einem emotionalen Brief auf schwere Zeiten ein. Er schloss auch noch schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Lungenkrankheit nicht mehr aus. „Es ist wichtig für mich, offen und ehrlich mit Ihnen zu reden - wir wissen, dass die Lage sich verschlechtert, bevor sie besser wird“, heißt es in dem Schreiben, das Downing Street am Samstag in London veröffentlichte und das in der kommenden Woche an 30 Millionen Haushalte geschickt werden soll. Die Regierung treffe die richtigen Vorbereitungen und je stärker diese Regeln befolgt würden, desto weniger Leben würden verloren und desto eher könne man in ein normales Leben zurückkehren.

„Wir werden nicht zögern, weiterzugehen, wenn uns der wissenschaftliche und medizinische Ratschlag sagt, dass wir das tun müssen.“ Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 stieg am Sonntag in Großbritannien auf über 1020, die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei rund 17.300.

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apa