Neben den täglichen Zahlen zu Infektionen und Patienten aus dem Sanitätsbetrieb gibt es einen weiteren Monitor, an dem sich die Entwicklung der Pandemie ablesen lässt. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Wie sich die Coronalage im Land entwickelt, sieht man täglich anhand der Zahlen, die der Südtiroler Sanitätsbetrieb veröffentlicht. Dies ist allerdings immer nur eine Momentaufnahme, die sich aufgrund der durchgeführten PCR- und Antigenschnelltests ergibt. Die Zahlen der vergangenen Tage zeigen einen leichten Trend nach unten.<BR /><BR />Getestet wird in Südtirol aber nicht nur mittels Stäbchen, die in Nase und Rachen geschoben werden. Seit Mai des Vorjahres untersucht nämlich das Landeslabor Südtirols Abwässer auf das Coronavirus. Und dieses Monitoring gibt einen noch weit besseren Einblick über das Infektionsgeschehen, bleibt trotz intensiven Corona-Tests doch immer eine gewisse Dunkelziffer an Infizierten, die nirgendwo aufscheinen. <BR /><BR /><b>Ende November die Spitze erreicht</b><BR /><BR />Die Daten aus dem Landeslabor geben jedenfalls einen genauen Einblick über das Geschehen. „Bis 1. Oktober hatten wir recht niedrige Werte, die dann rasch und stetig angestiegen sind“, sagt Alberta Stenico, Direktorin des Biologischen Labors des Landes. „Ende November haben die Werte dann eine Spitze erreicht.“ Seit rund 10 Tagen sind die Werte wieder im Sinken, was die in der Kläranlage Meran erhobenen Daten klar belegen (siehe Grafik). Das bedeutet im Klartext: Im untersuchten Abwasser ist eine geringere Konzentration an Covid nachweisbar – sprich, das Infektionsgeschehen ist rückläufig.<BR /><BR />Einen herben Dämpfer hat diese Art der Pandemie-Überwachung allerdings bereits erfahren. Wie berichtet, waren auf einen Landesregierungsbeschluss hin eigens mehrere 100.000 Euro teure Spezialgeräte angekauft worden. Die ebenfalls bereits beschlossene Aufstockung des Personals im Landeslabor sei aber bis heute noch nicht erfolgt, bedauert Flavio Ruffini, Abteilungsdirektor und Chef der Landesumweltagentur.<BR /><BR /><b>Nur noch in 2 Kläranlagen</b><BR /><BR />Die Folge: Seit Monaten werden nicht mehr wie ursprünglich die Abwässer aus 9 Kläranlagen untersucht, sondern inzwischen nur mehr von 2 Standorten. „Aussagekräftig sind die Daten deswegen trotzdem“, sagt Labordirektorin Stenico. Untersucht werden nämlich 2 Mal wöchentlich Abwässer aus den Kläranlagen von Bozen und von Meran. „Und die beiden haben doch ein recht großes Einzugsgebiet“, so Stenico. <BR /><BR />Zudem gibt es inzwischen eine staatsweit einheitliche Methode, nach der die Covid-Werte im Abwasser erhoben werden. Südtirol war in diesem Bereich Vorreiter und hat September umgestellt. Geplant sei zudem, im Jänner auch die Kläranlage Tramin wieder ins Covid-Monitoring aufzunehmen. „Mehr schaffen wir beim derzeitigen Personalstand aber beim besten Willen nicht“, so Stenico.<BR />