Donnerstag, 24. September 2020

Corona wirft Kampf gegen Armut und Hunger zurück

Die Corona-Pandemie droht mühsam erzielte Fortschritte im weltweiten Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheiten zunichte zu machen. Zum fünften Jahrestag der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nation wies die Entwicklungsorganisation One am Mittwoch darauf hin, dass durch das Virus schon 37 Millionen Menschen in extreme Armut geraten seien. „Wir schlagen Alarm!“, sagte One-Direktor Stephan Exo-Kreischer in Berlin.

Der Kampf gegen Armut wird in Zeiten von Corona noch schwieriger.
Der Kampf gegen Armut wird in Zeiten von Corona noch schwieriger.
Mit den Nachhaltigkeitszielen habe die Weltgemeinschaft vor 5 Jahren einen ehrgeizigen Fahrplan aufgestellt. Bis 2030 sollten extreme Armut und Hunger beseitigt und allen Menschen Zugang zu Gesundheitsdiensten ermöglicht werden. Doch heute drohe die Corona-Krise, die Bemühungen „um Jahre zurückzuwerfen.“

Die globale Impfrate sei auf das Niveau der 90er Jahre zurückgefallen. „In 25 Wochen ist es Corona gelungen, 25 Jahre Entwicklung zunichtezumachen“, sagte Exo-Kreischer. Die Weltgemeinschaft müsse ihre Kräfte bündeln, um der Pandemie „gemeinsam die Stirn zu bieten“ – bei der schnellen Erforschung und Produktion eines Impfstoffs, von Diagnostika und Medikamenten.

„Noch nie waren die Vereinten Nationen so wichtig wie heute“, sagte Exo-Kreischer. Sie seien „unsere beste Chance“ gegen das Virus. Unter ihrem Dach müsse die Welt zusammenstehen und gemeinsam internationale Bemühungen im Kampf gegen Covid-19 vorantreiben. „Die UNO muss ein Bollwerk gegen die Pandemie sein.“

Der vielversprechendste Ansatz, die Anstrengungen zu bündeln, sei die Kampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Akteure mit dem „ACT-Accelerator“ (Access to Covid-19 Tools Accelerator). Reiche Länder und der Privatsektor müssten jetzt ausreichend Gelder dafür bereitstellen.

Ein wichtiger Teil sei die Covax-Initiative, in der die Entwicklung und Verteilung eines Impfstoffes gebündelt werden wollen, um allen Ländern einen gerechten Zugang zu ermöglichen.

dpa