Die staatsweiten Invalsi-Tests zeigen, dass im Schuljahr 2025/26 insbesondere in den oberen Schulstufen leichte Fortschritte in Mathematik erzielt wurden. Gleichzeitig bleibt die Situation in den Grundschulen besorgniserregend: Fast 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Grundschule verfügen nicht über grundlegende mathematische Kenntnisse.<BR /><BR />In der letzten Klasse der Oberschule erreichten 52 Prozent der Jugendlichen das angestrebte Kompetenzniveau – drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Verbesserungen wurden in allen Teilen Italiens verzeichnet. Besonders deutlich fiel der Fortschritt im Süden Italiens aus: Dort stieg der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit ausreichenden Mathematikkenntnissen von 40 auf 45 Prozent, in Süditalien und auf den Inseln von 38 auf 41 Prozent. Damit nähern sich die Ergebnisse wieder dem Niveau vor der Corona-Pandemie an.<h3> Deutlicher Leistungsunterschied zwischen Nord und Süd</h3>Auch in der zweiten Oberschulklasse zeigt sich eine leichte Verbesserung. Landesweit stieg der Anteil der Jugendlichen, die das Mindestniveau erreichen, von 54 auf 55 Prozent. Im Süden fiel der Zuwachs mit sechs Prozentpunkten besonders deutlich aus – von 45 auf 51 Prozent.<BR /><BR />In der dritten Mittelschulklasse blieben die Ergebnisse hingegen weitgehend stabil. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit ausreichenden Mathematikkompetenzen sank landesweit leicht von 56 auf 55 Prozent. Auffällig bleibt der deutliche Leistungsunterschied zwischen Nord- und Mittelitalien einerseits sowie dem Süden andererseits: Je nach Region beträgt die Differenz weiterhin 15 bis 20 Prozentpunkte.<BR /><BR />Laut Invalsi haben vor allem jene Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten, die einen großen Teil ihrer Grundschulzeit während der Corona-Pandemie verbrachten. Sie erreichen häufig nicht die erwarteten mathematischen Kompetenzen.<h3> Das sagt Invalsi-Präsident Ricci</h3>Sechs Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie haben sich die schulischen Leistungen in Italien zwar stabilisiert, das Niveau von vor der Pandemie wurde jedoch weiterhin nicht erreicht. Darauf hat der Präsident des Invalsi-Instituts, Roberto Ricci, bei der Vorstellung der aktuellen Testergebnisse hingewiesen.<BR /><BR />„Die Leistungen haben sich nach der Pandemie auf einem niedrigeren Niveau eingependelt als vor Covid. Deshalb müssen wir weiterhin in das Bildungssystem investieren – in der Hoffnung, dass die neuen Lehrpläne zu einer Verbesserung führen“, sagte Ricci.<BR /><BR />Warum die Ergebnisse trotz der vergangenen Jahre noch immer hinter dem Vorkrisenniveau zurückbleiben, könne derzeit niemand mit Sicherheit erklären. Eine mögliche Erklärung sei, dass sich das Schulsystem nach dem pandemiebedingten Schock zwar erholt habe, jedoch auf einem dauerhaft niedrigeren Leistungsniveau.<BR /><BR />Ricci verwies zudem darauf, dass sich ein ähnliches Bild auch in anderen europäischen Ländern zeigt – von Frankreich bis nach Skandinavien. „Das scheint die neue Normalität zu sein. Warum das so ist, wissen wir nicht. Umso wichtiger ist es, bei den Investitionen in die Bildung nicht nachzulassen“, betonte der Invalsi-Präsident.