Dienstag, 02. Februar 2021

Corona: Zu viele Tote in Südtirol

Aktuelle Daten des Statistikinstituts Astat belegen, was wohl viele bereits erahnen konnten: Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr zu einer deutlichen Übersterblichkeit in Südtirol geführt.

739 Südtiroler sind 2020 an Covid-19 gestorben.
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739 Südtiroler sind 2020 an Covid-19 gestorben. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
2020 starben 982 mehr Menschen als im Durchschnitt des vorhergehenden Fünfjahreszeitraumes 2015 bis 2019. Deutlich erhöht ist die Zahl der Toten in den Monaten März, April, November und Dezember. Im Monat April war die Übersterblichkeit mit 72,9 Prozent am größten.

Da es sich dabei nicht mehr um einen klassischen Grippemonat handle, falle die hohe Anzahl an Covid-Verstorbenen besonders ins Gewicht, schreibt das Astat: „Setzt man die Anzahl der Covid-19-Todesfälle (739) in Verhältnis zu den überzähligen Todesfällen (982), so ergibt sich ein Anteil von rund 75 Prozent, der auf die Pandemie zurückzuführen ist.“

Erste Welle wütet in Norditalien am schlimmsten

Der Vergleich der italienischen Regionen zeige deutlich, dass die erste Welle der Pandemie besonders den Norden des Landes erfasst habe: Die Übersterblichkeit lag dort bei 44,1 Prozent, in Mittelitalien hingegen lediglich bei 4,6 Prozent und in Süditalien bei 2,5 Prozent. „Die zweite Welle erfasst zwar ebenfalls den Norden des Landes am stärksten (37,1 Prozent), Mittel- und Süditalien folgen diesmal aber mit einem weitaus geringeren Abstand (26,2 Prozent und 24,3 Prozent)“, heißt es im Bericht weiter.

Anders ist die Situation im benachbarten Bundesland Tirol: Laut den vorläufigen Zahlen von Statistik Austria zu den Sterbefällen in Nordtirol ergibt sich eine relativ geringe Übersterblichkeit von 5,7 Prozent während der ersten Welle im Zeitraum Februar bis Mai 2020, die sich auch in den Sommermonaten Juni bis September fortsetzt (7,3 Prozent). Die zweite Welle erfasst aber auch Tirol stärker und verursacht eine ausgeprägte Übersterblichkeit von 38,6 Prozent (im Vergleich zu denselben Monaten des Zeitraumes 2016 bis 2019).

kn