Mittwoch, 24. Februar 2021

Coronakrise: OEW sucht zebra.Shops

Noch immer lagert ein Großteil der aktuellen „zebra.s“ im Magazin der OEW-Organisation für Eine solidarische Welt in Brixen. Der neuerliche Lockdown im Februar hat die Herausgeberin der Südtiroler Straßenzeitung zum dritten Mal seit Pandemie-Beginn an ihre Grenzen gebracht. Die OEW ist deshalb auf der Suche nach Läden, die die Straßenzeitung zebra. während des Lockdowns anbieten.

Die OEW ist auf der Suche nach Läden, welche die aktuelle zebra. gegen eine Spende anbieten.
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Die OEW ist auf der Suche nach Läden, welche die aktuelle zebra. gegen eine Spende anbieten. - Foto: © oew
Rund 60 Verkäufer, die nach der Winterpause dringend ihr bescheidenes, monatliches Einkommen benötigen, sitzen wieder zuhause fest. Eine kurzfristig organisierte Notlösung ruft seit Mitte Februar solidarische Ladenbesitzende auf den Plan, die zebra. im Einzelhandel unterstützen: In den so genannten zebra.Shops kann die Straßenzeitung gegen die übliche 3-Euro-Spende abgeholt werden, das Gesammelte geht direkt an die Verkäufer. Die aktuelle Liste aller Partner-Geschäfte ist online unter www.oew.org/zebrashops abrufbar.

Nun ruft die OEW weitere Läden, die derzeit geöffnet halten können, dazu auf, zebra. zu unterstützen und sich bei der Organisation zu melden: [email protected]; 0472 208204.

zebra.Verkäufer zwischen Existenzangst und Hoffnung

Bereits zum dritten Mal trifft der Lockdown auch die Straßenzeitung mit voller Wucht. Im vergangenen Jahr konnte Dank Spenden treuer zebra.Leser das Schlimmste abgewendet und den Verkäufern ein Überbrückungsgeld ausbezahlt werden. Nun befinden sie sich wieder in derselben Situation – zwischen Existezangst und der Hoffnungen, dass sich bald wieder alles normalisiert.

Verkäufer Tudebi Iweriebor betont: „Ich bin sehr froh, dass es trotz der anhaltenden Lockdown-Situation immer noch Menschen gibt, die andere in Not unterstützen. Es zeigt mir, dass es noch immer Hoffnung gibt.“ Da zebra. kein festes Arbeitsverhältnis darstellt, muss Tudebi derzeit zuhause das Lockdown-Ende abwarten. Vor allem das Bezahlen der Miete wird für ihn derzeit zu einem immer größeren Problem.




Um dem entgegenzuwirken ruft die OEW derzeit weitere solidarische Einzelhändler, die trotz des Lockdowns geöffnet haben, dazu auf, die aktuelle Februar-zebra. in ihren Läden gegen Spende zu „verkaufen“.

Diese Läden machen schon mit

Neben den Weltläden (in Bozen, Neumarkt, Lana, Meran, Latsch, Gröden, Kastelruth, Klausen, Brixen, Sterzing, Bruneck, Sand in Taufers, Toblach und Leifers) gibt es die Zeitung bisher auch in der Bäckerei Riedl Glurns, beim Bioexpress Algund, in der Optik Maia Meran, in der Alte Mühle Buchhandlung Meran, in der Tagesstätte des Winterhauses im Bozner Pfarrheim, im Pro Natura Bozen Gries, in den Triade-Biofachgeschäften (Bozen, Kaltern, Neumarkt), bei der Gärtnerei Schullian Bozen und der Gärtnerei Platter Eppan, in der Bäckerei Sellemond Feldthurns, im Hofladen des Vintlerhofs Brixen, im Rebellion Food & More Brixen, im s’Gartl Obst & Gemüse Sterzing, im Hofer Market Sterzing (Brennerstr. 21), in der Blumenecke Sterzing, in der Bäckerei Stampfl (Mühlbach, Rodeneck, Meransen, Villanders, Brixen), in der Gärtnerei Grünes und Co. Bruneck und in der Brimi Shop & Bar Vahrn zu finden.

Alvaro Bariviera von der Optik Maia in Meran, der zebra. auch unterm Jahr als zebra.Ausgabestelle unterstützt, betont: „Die Verkäufer sollen eine Möglichkeit haben, sich zu integrieren und sich selbst ein kleines Einkommen zu erwirtschaften. Deshalb stelle ich meinen Laden auch im Lockdown für zebra. zur Verfügung.“

Auch Ariane Hillebrand von den 3 Triade-Biofachgeschäften im Unterland ist überzeugt: „zebra. ist ein tolles Projekt und es wäre ungemein schade, wenn es durch diese Krise nicht weiterbestehen könnte. Deshalb unterstützen wir es in unseren Läden.“

Brigitte Gritsch, Koordinatorin des Netzwerks der Weltläden in Südtirol, betont die Motivation der mehr als 16 Weltläden in Südtirol zum Thema: „Beim Fairen Handel stehen die Geschichten von Menschen, ihren Bedürfnissen und Träumen im Vordergrund: Genauso ist es bei zebra: Good News sind jetzt wichtiger denn je.“

Post-Zustellung und Spenden weiter möglich

Wer derzeit keinen zebra.Shop um die Ecke findet, kann zebra. durch eine Überweisung auf das zebra-Notfallkonto bei der Raiffeisenbank (OEW, Iban: IT 68 S 08307 58221 000300004707; Überweisungsgrund: zebra) von mindestens 10 Euro auch „online“ bestellen. Die OEW stellt zebra. nach dem Überweisungseingang per Post zu. Die letzten Male wurden die Zeitungen via Post versandt, dabei kam es oft zu groben Verzögerungen. Leser sind demnach gebeten sich bei der OEW zu melden, sollte die Zeitung nicht innerhalb weniger Wochen ankommt.

Die Februar-Ausgabe


In schwierigen Zeiten braucht es ihn mehr denn je: Mut. Für die erste Ausgabe 2021 hat sich die Redaktion der Straßenzeitung, die Großteils aus ehrenamtlichen Schreiber*innen besteht, daher auf die Suche nach Menschen gemacht, die von jeher in unserer Gesellschaft auf besonders große Hürden stoßen und mutig für ihre Rechte, gegen Tabus und für ein gutes Leben für alle kämpfen. Redaktionsleiterin Lisa Frei: „Diese Ausgabe soll Mut machen und lässt auch uns daran glauben, dass wir gemeinsam mit unserer Leserschaft das kommende, womöglich verflixte Siebte Jahr des Bestehens, als Projekt Straßenzeitung überstehen werden.“

stol

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