Montag, 24. Februar 2020

Coronavirus: „Angst und Panik sind schlechte Begleiter“

Natürlich sei Corona ein gefährliches Virus, das man nicht unterschätzen dürfe. „Aber Angst und Panik sind fehl am Platz“, sagt Dr. Doris Gatterer, Hausärztin und Präsidentin der Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SüGAM), in der Montag-Ausgabe der „Dolomiten“. Gatterer rät, einfach die üblichen Grippe-Tipps einzuhalten.

Die Hausärztin rät: Wer Fieber und grippeähnliche Symptome hat, soll vor allem des Bett hüten und fiebersenkende Mittel zu sich nehmen.
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Die Hausärztin rät: Wer Fieber und grippeähnliche Symptome hat, soll vor allem des Bett hüten und fiebersenkende Mittel zu sich nehmen. - Foto: © APA/dpa / Daniel Modjesch
„Dolomiten“: Wenn sich jetzt ein Patient meldet, über Fieber oder Grippesymptome klagt ...

Dr. Doris Gatterer: Dann empfehle ich ihm, ein fiebersenkendes Mittel zu nehmen, das Bett zu hüten und auf keinen Fall das Haus zu verlassen – wie bei jeder normalen Grippe eben.


„D“: Aber es gibt doch jetzt besondere Bestimmungen für die Hausärzte und Empfehlungen für Patienten?

Dr. Gatterer: Letztere sollten sich immer telefonisch melden, wenn sie eine Grippe haben. Eine Stunde lang im Wartezimmer sitzen, ist nicht sinnvoll. Das war aber auch in den letzten Jahren so bei normalen Grippewellen.

„D“: Und was müssen Hausärzte jetzt Spezielles tun?

Dr. Gatterer: Die erste Frage an den Patienten ist, ob er selbst in den Risikogebieten war oder in Kontakt mit Menschen gekommen ist, die dort gewesen sind. Deshalb ist hier einmal klar und deutlich zu sagen: Südtiroler, die die letzten 3 Wochen, so lange dauert die Inkubationszeit, immer im Land war und jetzt an einer Grippe erkranken, brauchen sich keine Sorgen zu machen. Dann kann es ein Grippe-Virus sein, wie wir es halt jedes Jahr haben. Man muss da jetzt nicht gleich ans Corona-Virus denken.

„D“: Und sollte ein Patient in besagten Gebieten bzw. mit möglichen Infizierten in Kontakt gewesen sein?

Dr. Gatterer: Dann bekommt er von uns die Anweisung, zu Hause in Quarantäne zu bleiben. Der Fall wird dann dem Sanitätsbetrieb gemeldet. Das Amt für Hygiene bzw. die Infektionsabteilung kontaktiert dann diesen Patienten, macht einen Abstrich bei ihm, der dann auf das Virus getestet wird.

„D“: Also kein Grund zur Panik?

Dr. Gatterer: Natürlich handelt es sich um ein gefährliches Virus. Man darf das nicht unterschätzen. Und es ist auch gut, dass man darüber spricht. Aber die Menschen müssen richtig informiert werden. So wie das derzeit läuft, stiftet man bei den Leuten nur Angst und Panik – und die sind immer schlechte Begleiter. Und was nie bedacht wird: Auch eine normale Grippe kann zu Komplikationen führen.

„D“: Kann man sich irgendwie schützen?

Dr. Gatterer: Wie bei allen Grippeviren ist die einzig wirksame Maßnahme die Vorbeugung – sprich Grippeimpfung, und vor allem mit viel Bewegung, wenig Stress und gesundem Essen das Immunsystem fit halten.

„D“: Sonst noch einen Tipp?

Dr. Gatterer: Gut Hände waschen, Hände desinfizieren, nicht in die Handfläche, sondern in die Ellebeuge niesen oder husten, Menschenansammlungen vermeiden und bis zur Besserung zu Hause bleiben. Aber auch das sind Sachen, die wir den Patienten auch bislang mit auf den Weg gegeben haben.

em

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