Montag, 02. März 2020

Coronavirus: Bäder von Heiligtum Lourdes für Pilger geschlossen

Die Coronavirus-Epidemie führt auch in den Wallfahrtsorten der katholischen Kirche zu besonderer Vorsicht. Vor Beginn der Hauptsaison für Pilgerfahrten am Palmsonntag sind in Lourdes (FRA) Schutzmaßnahmen in Kraft getreten, berichtete die Kathpress.

Die Mariä-Empfängnis-Basilika in Lourdes.
Die Mariä-Empfängnis-Basilika in Lourdes. - Foto: © APA/afp / LAURENT DARD
Ausgesetzt werden die Wallfahrten nach Lourdes, wohin jährlich mehrere Millionen Gläubige – darunter insbesondere viele kranke Menschen – pilgern, jedoch nicht. Wie die italienische Zeitung „Il Messaggiero“ berichtete, werden die Bäder im sogenannten „Heiligen Bezirk“ von Lourdes bis auf Weiteres geschlossen. Das Eintauchen in diese Becken, die mit Quellwasser aus der Erscheinungsgrotte von Massabielle gespeist werden, ist sonst für viele kranke wie auch gesunde Pilger eine der traditionellen Stationen der Wallfahrt. Die Kirche hat von 7000 dokumentierten spontanen Heilungen, die an diesem Ort geschehen sein sollen, bisher offiziell 70 als Wunder anerkannt.

Wie die Wallfahrtsdirektion des Pyrenäen-Ortes informierte, wurde zudem ein medizinisches Überwachungsteam eingesetzt, welches überprüfen soll, ob unter den nach Lourdes gepilgerten Patienten oder Betreuer jemand die für das Coronavirus typische Krankheitssymptome aufweist; man verfüge auch über die nötigen Schutzausrüstungen für den Fall des Falles, hieß es.

In Ländern mit einer weit höheren Zahl von Coronavirus-Infizierten sind die Maßnahmen teils viel drastischer. So blieben in Südkorea, wo es nach jüngsten Angaben von Montagmittag mehr als 4200 nachgewiesene Infektionen und 20 Todesfälle gibt, die Kirchen am Sonntag geschlossen. Es sei überhaupt das 1. Mal in der 236-jährigen Geschichte der katholischen Kirche in dem ostasiatischen Land gewesen, dass eine solche Maßnahme alle rund 1700 katholischen Gotteshäuser betroffen hätte, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Viele Gläubige hätten die Gottesdienste via Online-Streaming mitverfolgt.

In Mexiko, wo es am Montag 5 bestätigte Fälle einer Coronavirus-Erkrankung gab, ordnete indes der Erzbischof von Mexico City, Kardinal Carlos Aguiar Retes, in einem Rundschreiben an die Bischöfe seiner Diözese ein Bündel von Vorsichtsmaßnahmen an. Die Sonntagsgottesdienste sollten so weit wie möglich gekürzt werden, um dadurch die Dauer, in der sich viele Menschen gleichzeitig im geschlossenen Kirchenraum befinden, zu minimieren, u.a. durch Kurzpredigten, das Weglassen von Liedern oder der Gabenprozession, schrieb Kardinal Aguiar. Mit Nachdruck schrieb er zugleich, es gelte Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden.

Weitere Maßnahmen: Die Kommunionhelfer wurden angehalten, unmittelbar vor ihrem Dienst die Hände mittels Gel zu desinfizieren. Die Formel „Der Leib Christi“ bei der Verteilung der Kommunion soll weggelassen werden oder Mundschutz verwendet werden, letzterer auch bei Beichten. Die in Mexiko übliche Mundkommunion soll übergangsweise durch die Handkommunion ersetzt und die Gläubigen in deren korrekter Durchführung unterwiesen werden. Auch riefen die Kirchenverantwortlichen dazu auf, die Kollekte während der Messe auf einen Zeitpunkt nach der Kommunion zu verschieben, damit sich die Gläubigen vor dem Kommunionempfang nicht die Hände beschmutzen.

apa