Dienstag, 25. Februar 2020

Coronavirus: Conte kritisiert Spital

Der italienische Premier Giuseppe Conte hat einem lombardischen Krankenhaus vorgeworfen, sich nicht an die Vorschriften zur Vorbeugung einer Coronavirus-Epidemie gehalten zu haben.

Conte kündigte an, dass es im Kampf gegen das Coronavirus zu zentralisierten, außerordentlichen Maßnahmen kommen könnte.
Conte kündigte an, dass es im Kampf gegen das Coronavirus zu zentralisierten, außerordentlichen Maßnahmen kommen könnte. - Foto: © ANSA / Filippo Attili
Conte beschuldigte das Spital von Codogno in der Provinz Lodi, in dem sich mehrere Menschen am Coronavirus angesteckt haben sollen.

Codogno ist die Ortschaft, in der der 1. Coronavirus-Fall in der Lombardei gemeldet wurde. Dabei handelte es sich um einen 38-Jährigen, der im Krankenhaus der Kleinstadt behandelt worden war.

Mehrere Personen, die in der Nothilfe des Krankenhauses anwesend waren, haben sich dort mit dem Virus infiziert. 11 Gemeinden rund um Codogno stehen unter Quarantäne, die Maßnahme betrifft einen Raum von rund 50.000 Einwohnern südöstlich von Mailand.

Conte schloss nicht aus, dass die Regierung die Zuständigkeiten in Sachen öffentlicher Gesundheit übernehmen könnte, die derzeit den Regionen zusteht. Der Präsidenten der Region Lombardei, Attilio Fontana, reagierte darauf kritisch. Das italienische Gesundheitssystem ist auf regionaler Basis organisiert.

Der Premier plant am Dienstag eine Videokonferenz mit den Präsidenten aller 20 italienischen Regionen. Ziel sei der koordinierte Einsatz gegen die Verbreitung des Coronavirus. Bis jetzt funktioniere die Zusammenarbeit mit den Regionen gut. Sollte es jedoch notwendig sein, werde die Regierung „zentralisierte, außerordentliche Maßnahmen“ gegen die Epidemie ergreifen, sagte der Premier.

apa

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