Freitag, 14. Februar 2020

Coronavirus-Infizierte fährt in London mit Taxi ins Krankenhaus

Nach den ersten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen wächst in London die Sorge vor einer Ausbreitung des neuartigen Virus. Eine Frau hatte sich entgegen den Anweisungen direkt in einer Notaufnahme in der britischen Hauptstadt vorgestellt, wie das Krankenhaus im Stadtteil Lewisham am Donnerstag mitteilte.

Die Frau  wurde zur Behandlung in die Guy's-and-St.-Thomas'-Klinik in London eingewiesen.
Die Frau wurde zur Behandlung in die Guy's-and-St.-Thomas'-Klinik in London eingewiesen. - Foto: © APA/afp / GLYN KIRK
Für zwei Mitarbeiter der Klinik, die mit der Patientin in Kontakt kamen, wurde vorsorglich eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet. Angereist war die Frau mit einem Uber-Taxi. Der Fahrer sei aber nicht in Gefahr, sich angesteckt zu haben, teilte die britische Gesundheitsbehörde Public Health England mit. Da die Fahrt weniger als 15 Minuten gedauert habe, gelte kein erhöhtes Risiko.

Der Vorfall hatte sich bereits am Sonntag ereignet. Die Frau soll britischen Medienberichten zufolge chinesische Staatsbürgerin sein und sich in China angesteckt haben. Sie wurde zur Behandlung in die Guy's-and-St.-Thomas'-Klinik in London eingewiesen.

Ein weiterer Betroffener soll in der vergangenen Woche an einer Konferenz in London teilgenommen haben. Rund 200 Teilnehmer wurden aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, sollten sie Symptome wie Fieber oder Husten entwickeln, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Insgesamt gibt es bislang in Großbritannien neun bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2.

In China steigt die Zahl der Infizierten – Viele Ärzte erkrankt

Indes steigt in China die Zahl erfasster Infektionen. Landesweit sind derzeit in der offiziellen Statistik knapp 64 000 Infektionen erfasst, knapp 1400 Menschen starben demnach. Die Dunkelziffer liegt Experten zufolge aber deutlich höher.



Der chinesische Staatssender CCTV berichtete, dass sich im Kampf gegen Covid-19 bereits mehr als 1700 medizinische Helfer wie Ärzte und Krankenhauspersonal angesteckt haben. Mindestens sechs Helfer kamen demnach ums Leben.

Die Rückreise von zig Millionen Chinesen, die nach den wegen Covid-19 verlängerten Ferien wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, lässt neue Infektionswellen befürchten.

Aufatmen konnten die Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff „Westerdam“: Nach tagelanger Irrfahrt durch asiatische Gewässer konnten die ersten von knapp 2300 Gästen und Crewmitgliedern am Freitag in Kambodscha das Schiff verlassen.





dpa