Montag, 02. März 2020

Coronavirus: Quarantäne-Haus in Gossensaß

Die Baisi-Kaserne in Gossensaß wird für die eventuelle Unterbringung von Quarantänefällen reserviert, die keinen Krankenhausaufenthalt benötigen, aber nicht in der eigenen Wohnung bleiben können.

Die Biasi-Kaserne in Gossensaß wird für die Unterbringung für die Aufnahme von Quarantänepersonen vorbereitet.
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Die Biasi-Kaserne in Gossensaß wird für die Unterbringung für die Aufnahme von Quarantänepersonen vorbereitet. - Foto: © Agentur für Bevölkerungsschutz
Die Lage in Südtirol ist stabil. Es werden alle Vorkehrungen getroffen, um auch im Falle einer weiteren epidemiologischen Ausbreitung des Coronavirus vorbereitet zu sein. Unter anderem werden dafür Unterbringungsmöglichkeiten für Personen geschaffen, die nicht in der eigenen Wohnung in Quarantäne bleiben können.

Es handelt dabei um Personen, die engen Kontakt zu positiv auf das Coronavirus getesteten Personen hatten und keine Symptome aufweisen oder um Personen, die bereits positiv getestet wurden, jedeoch keine oder leichte Symptome aufweisen und deshalb keinen Krankenhausaufenthalt benötigen.

In den vergangenen Tagen hat die Landesverwaltung mehrere Gebäude oder Einrichtungen sorgfältig überprüft. Unter diesen wurde unter anderem das Ferienstruktur für Militärpersonal in Gossensaß ausfindig gemacht. Diese war ursprünglich vom Militär für mögliche Quarantänefälle des eigenen Personals gedacht. Landeshauptmann Arno Kompatscher ist es mit Hilfe der staatlichen Zivilschutzbehörde gelungen, die Baisi-Kaserne in Gossensaß dieser Nutzung zu entziehen und eventuellen Südtiroler Quarantänefällen vorzubehalten.

Aktuell bereitet die Agentur für Bevölkerungsschutz in enger Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb die Anlage in Gossensaß auf den eventuellen Einsatzzweck vor. Die Einrichtung wird sowohl aus hygienisch-gesundheitlicher Sicht als auch unter dem Gesichtspunkt der Privatsphäre den Bedürfnissen der möglichen Gäste angepasst.

Das Gelände ist ideal gelegen, da es einerseits problemlos erreichbar ist und über alle notwendigen Sicherheits- und Komfortstandards verfügt. Zudem besteht dank der getrennten Gebäude im Inneren des Geländes die Möglichkeit, die Patienten je nach Quarantänetyp getrennt unterzubringen.

Die Einrichtung wird vom Betreuungsdienst des Weißen Kreuzes im Auftrag der Agentur für Bevölkerungsschutz betreut.

Bürgertelefon & Homepage

Von 8 bis 20 Uhr können sich Bürgerinnen und Bürger unter der Grünen Nummer 800 751 751 des Bevölkerungsschutzes informieren. Dabei sind Auskünfte allgemeiner und medizinischer Natur erhältlich, da auch eine Ärztin anwesend ist.


In Gossensaß werden die Patienten bzw. Verdachtsfälle in der Villa „Soggiorno Montano“ untergebracht, einem Ferienhaus für Angehörige des Heeres. Bei Bedarf sollen italienweit in 80 (ehemaligen) Militärkasernen 6600 Plätze zur Verfügung stehen. In den Einrichtungen werden Patienten versorgt, die keine Angehörigen oder Freunde haben und daher Hilfe brauchen.

Weitere Zentren sind u.a. in Roccaraso (Abruzzen), Tarent (Apulien), Trapani Birgi (Sizilien) und Decimomannu (Sardinien).

Zivilschutz-Landesrat Arnold Schuler will, dass in Gossensaß nur Fälle aus Südtirol bei Bedarf untergebracht werden, und keine Fälle von außerhalb.

ansa/stol