Montag, 24. Februar 2020

Coronavirus: Südtirol bereitet die nächsten Schritte vor

Nach Notverordnung, die am Sonntag erlassen wurde, wird dazu aufgerufen, Menschenansammlungen zu meiden. Ab Dienstag Früh gilt in Südtirol die Grüne Nummer für Informationen.

Aus der heutigen Sitzung der Landesleitstelle geht die Empfehlung hervor, Ansammlungen vieler Menschen in geschlossenen Räumen möglichst zu vermeiden.
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Aus der heutigen Sitzung der Landesleitstelle geht die Empfehlung hervor, Ansammlungen vieler Menschen in geschlossenen Räumen möglichst zu vermeiden. - Foto: © shutterstock
Am Montag wurde ab 13 Uhr in der Landesleitstelle das weitere Vorgehen im Hinblick auf die Verringerung des Infektionsrisikos mit der Krankheit Covid-19 (Coronavirus disease 2019) besprochen, auch im Beisein von Regierungskommissär Vito Cusumano.

Bei der anschließenden Pressekonferenz mit Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landeshauptmannstellvertreter und Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, dem Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger, dem Generaldirektor des Sanitätsbetriebes Florian Zerzer und dem geschäftsführenden Sanitätsdirektor Pierpaolo Bertoli wurde dargelegt, wie das Infektionsrisiko möglichst geringgehalten werden kann.

„Wir unternehmen alles, was sinnvoll, machbar und von den Standards vorgegeben ist“, unterstrich Landeshauptmann Kompatscher, der heute Vormittag an einer Videokonferenz mit Premierminister Giuseppe Conte und den Präsidenten der Regionen Norditaliens teilgenommen hatte. Oberstes Prinzip, unterstrich Landeshauptmann Kompatscher, sei der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und die Vermeidung eines Infektionsrisikos.



Ansammlungen vieler Menschen vermeiden

Eine gestern erlassene Notverordnung sieht vor, dass bis 1. März alle Kleinkindbetreuungseinrichtungen, die Freie Universität Bozen, die Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana und das Konservatorium Claudio Monteverdi geschlossen bleiben. Aus der heutigen Sitzung der Landesleitstelle geht die Empfehlung hervor, Ansammlungen vieler Menschen in geschlossenen Räumen möglichst zu vermeiden. Dies, unterstrich Kompatscher, sei kein Verbot, sondern eine Empfehlung: „Es besteht kein Grund zu Alarmismus und Panikmache, aber wir gehen mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Professionalität an die Sache heran“.

Alle Betreiber von Beherbergungsbetrieben, hob Generaldirektor Zerzer hervor, sind aufgefordert, den Sanitätsbetrieb über die Anwesenheit von Gästen zu informieren, die von Herkunftsorten aus den 11 Gemeinden der Lombardei und Venetiens kommen, in denen der Corona-Virus verbreitet ist: „Unsere Fachleute werden dann überprüfen, ob Symptome eines Infekts vorliegen.“

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Gesundheitslandesrat Thomas Widmann wies darauf hin, dass für Eventualitäten die Abläufe festgelegt wurden: Die Dienste gehen koordiniert vor, um die Risikofaktoren auf ein Minimum zu beschränken. Landesrat Schuler erinnerte daran, dass die Landesleitstelle die Koordination übernimmt und allfällige Entscheidungen trifft: Die Landesleitstelle wird immer dann wieder einberufen, wenn Entscheidungen zu treffen sind. Seit gestern ist zudem rund um die Uhr das Lagezentrum aktiv, wo alle nötigen Informationen zusammenlaufen.

Entwarnung in Südtirol: 9 Verdachtsfälle negativ

Der geschäftsführende Sanitätsdirektor Pierpaolo Bertoli hob hervor, dass in Südtirol derzeit kein Fall eines Infektes mit Coronavirus besteht und dass alle 9 Verdachtsfälle nach einem doppelt durchgeführten Screening innerhalb von 24 Stunden sich als negativ erwiesen. Um als „Verdachtsfall“ eingestuft zu werden, müssen die Patienten Grippe-Symptome aufweisen und mit Personen in Kontakt gekommen oder an Orten gewesen sein, wo Infektionsherde bestehen. Der Sanitätsbetrieb und die Agentur für Bevölkerungsschutz überprüfen derzeit die Verfügbarkeit von Einrichtungen, wo bei Bedarf Verdachtsfälle untergebracht werden können, damit sie außerhalb der Krankenhäuser isoliert versorgt werden können.

Grüne Nummer Covid-19 ab Dienstag von 8 bis 20 Uhr

Ab Dienstag, 25. Februar früh um 8 Uhr ist die Grüne Nummer 800751751 aktiv, bis 20 Uhr werden dort Auskünfte erteilt. Die Einheitliche Notrufnummer 112 steht wie immer für alle Notfälle zur Verfügung; bei Corona-Verdacht soll sie hingegen nur gewählt werden, falls ein Patient an Symptomen wie hohes Fieber oder schwerer Atemnot leidet.
Informationen können auf der eigens eingerichteten Homepage www.sabes.it/coronavirus entnommen werden.

jot/lpa

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