Samstag, 22. Februar 2020

Coronavirus – Zahl der Infektionen in Italien steigt

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Norditalien wächst weiter. Aktuell zählt Italien die meisten Infektionen. So wurden am Samstag von den Gesundheitsbehörden 39 Fälle in der Lombardei – vor allem in den Provinzen Lodi und Pavia – und 12 in der Gegend von Padua (Region Venetien) gemeldet, darunter der 78-Jährige, der am Freitag gestorben ist.

Die Zahl der Infektionen steigt.
Die Zahl der Infektionen steigt. - Foto: © ANSA / Matteo Corner
Nach Bekanntwerden weiterer Infektionen und zweier Todesfälle wächst in Italien die Angst vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

In der Lombardei wurden bis zum Samstagabend 46 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst, wie Behörden mitteilten. Die Zahl der Nachweise in Venetien stieg auf zwölf, wie der Präsident der Region, Luca Zaia, berichtete. Am Abend wurde eine Ansteckung in der Region Piemont gemeldet, die mit dem Ausbruch in der Lombardei in Verbindung steht. Insgesamt waren am Samstag mehr als 60 Nachweise im Land erfasst. Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich 12, darunter ein Todesfall.


Nachgewiesen wurde der Erreger demnach unter anderem bei der Frau und einer Tochter des Mannes, der mutmaßlich Italiens erstes gemeldetes Covid-19-Todesopfer ist. Der italienische Zivilschutz sprach von einem zweiten Opfer, dessen Tod wohl auf die von Sars-CoV-2 verursachte Lungenerkrankung Covid-19 zurückzuführen sei. Beim ersten gemeldeten Toten handelt es sich um einen 78-Jährigen in Venetien, beim zweiten um eine Frau in der Lombardei.

Der Rentner starb am Freitag, bevor eine abschließende Bestätigung einer Coronavirus-Infektion vorlag, wie es hieß. Bei der am Donnerstag verstorbenen 77-Jährigen aus der Lombardei wurde Sars-CoV-2 posthum nachgewiesen, sie werde nun als Covid-19-Todesopfer geführt, auch wenn unklar sei, woran genau sie starb, teilte der Gesundheitsbeauftragte der Lombardei, Giulio Gallera, mit.


Krisengespräche mit Zivilschutzbehörde und Conte

In 10 Gemeinden der Lombardei wurden Schulen und ein Großteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen. Rund 50.000 Einwohner sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste und Sportevents wurden verboten. Auch in Venetien wurden Maßnahmen vorbereitet, die eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern sollen. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte kam zu Krisengesprächen mit der Zivilschutzbehörde des Landes zusammen. „Neue außergewöhnliche Maßnahmen“ sollten erwogen werden, schrieb Conte auf Facebook.

Dopo la riunione di ieri sera, in collegamento con i governatori di Lombardia e Veneto Attilio Fontana e Luca Zaia, fra...

Pubblicato da Giuseppe Conte su Sabato 22 febbraio 2020


Am Samstagmorgen landete in Rom ein Armeeflugzeug mit 19 Italienern, die an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“ in Japan für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt worden waren. Sie werden nun in einem Militärkomplex in Rom unter Quarantäne gestellt. Unter den Passagieren der „Diamond Princess“ hatte es hunderte Infizierte gegeben, 2 Japaner verstarben.

Gute Neuigkeiten kamen zu den drei ersten bekannten Infizierten in Italien – ein aus der stark von der Epidemie betroffenen chinesischen Stadt Wuhan heimgekehrter Italiener und ein älteres chinesisches Touristenpaar. Der Italiener habe sich von der Infektion erholt, seine Entlassung stehe bevor, teilte das behandelnde römische Spallanzani-Krankenhaus mit. Auch bei dem chinesischen Ehemann sei das Virus nicht mehr nachzuweisen.

Nach dem Nachweis bei dem Touristenpaar hatte Italien den Flugverkehr mit China ausgesetzt und am 31. Januar einen „Corona-Notstand“ für 6 Monate erlassen – dadurch können Gelder zur Bekämpfung des Virus schneller fließen. Rom hielt am Landeverbot fest, auch als China und Länder Europas das als übertrieben kritisierten.

apa/dpa