Dienstag, 25. Februar 2020

Coronavirus weitet sich aus: Neue Fälle in Florenz und Palermo

Die Coronavirus-Epidemie weitet sich nicht bloß in Norditalien aus, sondern nun droht eine Ausbreitung auch in Richtung Süditalien. 2 Infektionsfälle wurden in Florenz und in Palermo gemeldet, berichteten italienische Medien.

7 Personen sind in Italien bisher am Coronavirus gestorben.
7 Personen sind in Italien bisher am Coronavirus gestorben. - Foto: © shutterstock
In Palermo wurde eine lombardische Touristin als 1. Infektionsfall in Süditalien gemeldet. In Florenz wurde ein 60-jähriger Unternehmer mit Betrieben in Asien positiv getestet. Er hatte sich freiwillig den Kontrollen unterzogen. Der Mann wurde in ein Krankenhaus unweit von Florenz eingeliefert.

7 Personen sind in Italien bisher am Coronavirus gestorben. Dabei handelt es sich um ältere Menschen, die bereits von anderen Krankheiten geschwächt waren, teilten die italienischen Gesundheitsbehörden mit. Bei den Todesopfern, die am Montag in Italien registriert wurden, handelt es sich um 3 Pensionisten über 80 und um einen 62-Jährigen. Damit ist Italien das Land mit der höchsten Zahl an bestätigten Erkrankten in Europa.










Meldungen über den Tod einer krebskranken Frau, die positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wurden vom Krankenhaus der lombardischen Stadt Brescia dementiert. In dem Krankenhaus habe es keinen derartigen Todesfall gegeben, teilte die Behörden der Region Lombardei mit.

Wie bereits berichtet, gibt es auch in Südtirol einen 1. Coronavirus-Fall. Ein junger Mann, der beim ersten Versuch negativ getestet worden war, wies bei einem 2. Test ein positives Ergebnis auf. Der infizierte Mann soll keine Krankheitssymptome aufweisen.

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern schloss Norditalien seine Monumente und Kulturzentren. Betroffen sind etwa das Fenice-Theater und die Museen in Venedig. Alle Veranstaltungen zum Fasching, der am Dienstag zu Ende geht, wurden abgesagt. Die Markusbasilika wird geschlossen. Trauerzeremonien und geplante Hochzeiten werden nur im engsten Kreise der Familienangehörigen zelebriert.


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Die Vaporetti, die Wasserbusse Venedigs, werden einer großen Desinfizierungsaktion unterzogen. Für die Hoteliers in Venedig, die bereits die gravierenden Auswirkungen des Hochwassers im Herbst zu spüren bekommen haben, sind das vorzeitige Ende des Karnevals und die Museumsschließungen eine weitere Hiobsbotschaft.

In Mailand werden Touristen am Montag und Dienstag den Dom nicht besichtigen können. Nur ein Flügel der weltbekannten Kathedrale in gotischem Stil soll für Gläubige offen bleiben, die beten wollen. Messen wurden abgesagt. Gottesdienste dürfen aus Sorge wegen einer Ausbreitung des Virus diese Woche in der ganzen Lombardei nicht zelebriert werden.

Italien hielt indes ein Aussetzen der Reisefreiheit im Schengenraum als Maßnahme gegen die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie für nicht umsetzbar. Die Regierung habe zwar die Möglichkeit der Wiedereinführung von Grenzkontrollen geprüft, das sei vom praktischen Standpunkt jedoch nicht umsetzbar, hieß es bei einem Treffen des Zivilschutzes mit Italiens Premier Giuseppe Conte.

Die Zahl der Toten in China stieg indes auf 2592. Insgesamt sind in Festlandchina 77.150 bestätigte Ansteckungen registriert. Die überwiegende Zahl der neuen Todesfälle und Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Coronavirus wurden aus der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina gemeldet.

In Südkorea verschärfte sich die Lage weiter. Die Gesundheitsbehörden meldeten im Verlauf des Montags 231 neue Fälle von Infektionen im ganzen Land - der bisher stärkste Anstieg an einem Tag. Davon wurden allein 172 neue Fälle in der Millionen-Stadt Daegu im Südosten erfasst. Bis zum Nachmittag (Ortszeit) zählten die Behörden insgesamt 833 Menschen, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben. Zudem wurden bisher sieben Todesfälle mit dem Virus in Verbindung gebracht.

Am Montag wurde in China der Handel mit Wildtieren sowie deren Verzehr komplett verboten. Damit solle die „schlechte Gewohnheit des übermäßigen Konsums von Wildtieren“ beendet und „Leben und Gesundheit der Menschen wirksam geschützt“ werden. Das Verbot tritt sofort in Kraft.

Das Coronavirus breitet sich auch im Mittleren Osten weiter aus. In Bahrain ist am Montag der erste Fall bestätigt worden. Wie die Behörden des Königreichs am Persischen Golf mitteilten, handelte es sich um einen Bürger des Landes, der zuvor im Iran gewesen war. In Kuwait gibt es indes drei neue Coronavirus-Fälle. Auch dabei handelte es sich um Personen, die aus dem Iran eingereist waren.

Die Islamische Republik hatte erst vor wenigen Tagen seine ersten Infektionsfälle gemeldet. Mittlerweile steckten sich mehr als 40 Menschen an. Mit zwölf Todesopfern wurde der Iran zum Land mit den meisten Toten durch das neuartige Coronavirus außerhalb Chinas. Auch der Irak meldete den ersten Coronavirus-Fall.

Angesichts der rasanten Ausbreitung rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, sich auf eine „mögliche Pandemie“ vorzubereiten. Vor allem die plötzliche Zunahme der Infektionsfälle im Iran, in Italien und Südkorea sei „zutiefst besorgniserregend“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

apa

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