Sonntag, 02. Februar 2020

Coronavirus – Weltweite Ausbreitung und erster Todesfall außerhalb Chinas

Das Coronavirus breitet sich offenbar weltweit weiter aus. Chinesische Behörden riegelten erstmals eine Stadt außerhalb der am stärksten betroffenen Provinz Hubei ab. Mehr als 300 Menschen starben in der Volksrepublik bereits an dem Virus, die Philippinen meldeten das erste Todesopfer außerhalb Chinas.

Von China hat sich das Virus in mindestens 24 weitere Länder ausgebreitet. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO starb in der philippinischen Hauptstadt Manila erstmals ein Infizierter außerhalb Chinas.
Von China hat sich das Virus in mindestens 24 weitere Länder ausgebreitet. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO starb in der philippinischen Hauptstadt Manila erstmals ein Infizierter außerhalb Chinas. - Foto: © APA/afp / WAKIL KOHSAR

In China stieg nach Behördenangaben vom Sonntag die Zahl der bestätigten Infektionen auf rund 14.500, mehr als 300 Menschen starben bereits. Damit stiegen die Fälle binnen eines Tages noch einmal drastisch an.

Wie berichtet, holen immer mehr Länder aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus ihre Bürger aus dem betroffenen chinesischen Wuhan zurück. Italien will am Montag über 60 Italiener aus Wuhan ausfliegen.

Von China hat sich das Virus in mindestens 24 weitere Länder ausgebreitet. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO starb in der philippinischen Hauptstadt Manila erstmals ein Infizierter außerhalb Chinas. Es handle sich um einen Chinesen aus der Millionenstadt Wuhan, dem Ausgangsort der Infektion. Seine 38-jährige Partnerin, die mit ihm eineinhalb Wochen zuvor eingereist war, wurde ebenfalls positiv getestet.

In China wurde erstmals eine Stadt außerhalb der Provinz Hubei de facto unter Quarantäne gestellt. In der Neun-Millionen-Einwohner-Metropole Wenzhou an der Ostküste dürfe nur noch ein Mensch pro Haushalt alle zwei Tage auf die Straße, um das zum Leben Notwendige einzukaufen, teilten die örtlichen Behörden mit. Sie setzten den öffentlichen Verkehr aus und schlossen 46 Autobahn-Mautstellen.


Hochzeiten sollen verschoben werden


In den vergangenen Wochen waren einige Städte in Hubei mit zusammen mehr als 50 Millionen Einwohnern unter Quarantäne gestellt worden. Die chinesische Regierung rief am Wochenende außerdem dazu auf, Hochzeiten zu verschieben und Trauerfeiern in kleinem Rahmen abzuhalten, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Der Reiseverkehr in China nahm allerdings wieder zu, weil am Montag die wegen des Virus verlängerten Neujahrsferien enden.

Chinesische staatliche Medien berichteten, am Montag solle ein Krankenhaus in Wuhan offiziell eröffnen, das wegen der vielen Virus-Patienten im Schnellverfahren erbaut worden war. Rund 1.400 erfahrene Militärärzte sollen in der 1.000-Betten-Klinik zum Einsatz kommen.

Mögliche Therapie gefunden

Von den Ärzten des Rajavithi-Krankenhauses in Bangkok kamen am Wochenende Hinweise auf eine mögliche ursächliche Behandlungsstrategie gegen Coronavirus-infektionen: ein Cocktail aus Influenza- und HIV-Medikamenten. Damit habe bei einem Patienten eine „große Verbesserung“ des Zustandes erreicht, stellte Dr. Kriangska Atipornwanich, ein Lungenspezialist der Klinik, fest.

Bei den Medikamenten handle es sich um das Influenzamittel Oseltamivir. Hinzu kämen die HIV-Proteasehemmer Lopinavir und Ritonavir in Kombination. Die HIV-Medikamente hatte das Team um den Leiter der Infektionsabteilung am Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien, Christoph Wenisch, 2014 bei der Behandlung einer schwerkranken MERS-Coronavirus-Patientin. Erste Erfahrungen waren 2002/2003 bei Sars-Patienten gemacht worden. Die MERS- und die Sars-Erreger sind mit den 2019-nCo-Viren genetisch verwandt.

dpa