Dienstag, 03. März 2020

Coronavirus: Zahl der Neuinfizierten in Italien flacht ab

Die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen in Italien flacht sich ab. Seit dem Ausbruch der Epidemie am 21. Februar ist am Montag erstmals die Zahl der Neuinfizierten deutlich gesunken. Die Anzahl der genesenen Patienten nimmt hingegen zu.

Italiens Außenminister Luigi Di Maio ist empört über „sinnlose Einreiseverbote“ gegenüber Italienern.
Italiens Außenminister Luigi Di Maio ist empört über „sinnlose Einreiseverbote“ gegenüber Italienern. - Foto: © dpa-tmn / Luca Bruno
Am Montag wurden in der Region Lombardei, wo der Infektionsherd lokalisiert worden war, 258 neue Infektionsfälle gemeldet, das ist nur mehr die Hälfte gegenüber der Zahl der Neuinfizierten vom Sonntag.

Italienweit haben sich bisher 1835 Personen angesteckt, 52 Menschen sind gestorben. Die Zahl der bisher genesenen Patienten stieg auf 149.

50 Prozent der Infizierten würden keine Symptome vorweisen.

Trotz der sinkenden Zahl von Infektionen ist das lombardische Gesundheitssystem unter Druck. Die Krankenhäuser sind überlastet, die Behörden riefen daher private Kliniken auf, Betten für Coronavirus-Patienten zur Verfügung zu stellen.

Die Lombardei sucht zusätzliche Plätze für Patienten, die unter Quarantäne gestellt werden müssen. Das ehemalige Militärkrankenhaus Baggio in Mailand wird rund 50 Plätze zur Verfügung stellen. 6600 Betten sollen in Militärstützpunkten in Norditalien bereitstehen.

Infektiologen in der Lombardei warnten, dass Leute ab 65 Jahren zuhause bleiben und Menschenansammlungen meiden sollten.

Italien ist das in Europa am schwersten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffene Land. 11 Gemeinden in der Lombardei und Venetien sind seit 10 Tagen unter Quarantäne.

Rom wegen Einreiseverboten für Italiener „irritiert“

Italien zeigt sich wegen der zunehmenden Zahl von Ländern, die Einreiseverbote für seine Bürger wegen der Coronavirus-Epidemie verhängen, befremdet.

„Es irritiert uns, zu erfahren, dass einige Länder unsere Mitbürger im Ausland ohne Kriterien zurückweisen“, protestierte der italienische Außenminister Luigi Di Maio.

„Wir werden auf sinnlose Einreiseverbote reagieren. Italien ist ein Land, das Respekt verdient und verlangt. Das Außenministerium hat sich zur Aufhebung von Einreiseverboten eingeschaltet, die wir als ungerechtfertigt betrachten. Wir fordern, dass das Thema der Einreiseverbote für Italiener auch beim nächsten EU-Außenministergipfel diskutiert wird“, sagte Di Maio im Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ (Dienstagsausgabe).

Di Maio beklagte die Verbreitung falscher Informationen über die Situation in Italien. „Verzerrte Nachrichten haben sich in Kürze verbreitet, die nicht der Wahrheit entsprechen. Daher haben wir einen Plan entworfen, damit im Ausland belegte Informationen und konkrete Zahlen über die Infektion verbreitet werden“, so Di Maio.

apa

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