Das teilte ein Sprecher der Rettungsmannschaften am heutigen Donnerstag auf der Insel Giglio der Deutschen Presse-Agentur mit.Die Suche war am Mittwoch unterbrochen worden. Das Wrack war weiter abgesunken und drohte in die Tiefe zu rutschen.Die Suche ist auch ein Wettlauf gegen die Zeit, weil in der Region schlechteres Wetter aufzieht.22 Personen werden noch vermisst. Bisher wurden elf Leichen geborgen.Italiens Umweltminister Corrado Clini befürchtet, dass eine Sturmflut das Schiff untergehen lassen könnte.Es gebe in der Nähe des Schiffes im Meer einen Abhang, der bis zur Tiefe von 50 bis 90 Metern führe, sagte Clini am Mittwoch im Parlament.Untersuchungsrichterin kritisiert Kapitän scharfNach einer ersten Vernehmung äußerte eine Untersuchungsrichterin harsche Kritik am Verhalten des Kapitäns Francesco Schettino.Der 52-Jährige selbst erzählte eine neue Variante des Geschehens in der Unglücksnacht. Demnach fiel er versehentlich in ein Rettungsboot, als er bei der chaotischen Rettungsaktion an Bord strauchelte.Nach Darstellung der Untersuchungsrichterin führte der 52 Jahre alte Kapitän Schettino ein unbesonnenes Manöver durch, als er der Insel Giglio viel zu nah kam.Der Kapitän habe den Schaden am Schiff nach der Kollision mit einem Felsen unterschätzt, teilte das Gericht in Grosseto mit. Als Schettino den Luxusliner verlassen hatte, habe er keinen ernsthaften Versuch unternommen, wieder in die Nähe der „Costa Concordia“ zu kommen.Weil keine Fluchtgefahr bestehe, wurde der Kapitän unter Hausarrest gestellt.Kaptiän: "Bin ins Rettungsboot gefallen"Kapitän Schettino hatte vor Gericht Fehler eingeräumt. „Es ist etwas schief gelaufen, denn ich habe zu spät gelenkt“, zitierte ihn der „Corriere della Sera“.„Ich bin auf Sicht gefahren, denn ich kannte den Meeresboden.“ Er sei die Route „schon drei- oder viermal abgefahren, aber dieser Felsen hat mich überrascht“, sagte Schettino.Laut italienischen Medienberichten machte Schettino ein technisches Problem dafür verantwortlich, dass er die Evakuierung an Bord nicht koordiniert hat.„Ich wollte nicht abhauen, sondern habe Passagieren geholfen, ein Rettungsboot ins Wasser zu lassen“, sagte er demnach vor der Richterin.Als der Absenkmechanismus blockierte und plötzlich wieder ansprang, „bin ich gestrauchelt und lag plötzlich zusammen mit den Passagieren im Boot“.Daraufhin habe er nicht mehr auf das Schiff zurückkehren können, weil dieses schon zu schräg gelegen habe. Nach Angaben der Richterin blieb der Kapitän einige Stunden auf einem Felsen nahe des Luxuskreuzers.Dem Kapitän wird mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung vorgeworfen.Ein Gesprächsprotokoll der Minuten nach dem Unglück belegt völlig chaotische Rettungsmaßnahmen.Dem 52-Jährigen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft.dpa