Freitag, 12. Mai 2017

„Costa Concordia“: Schettino „Opfer eines Komplotts“

Francesco Schettino, Kapitän des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ ist Opfer eines „Komplotts“. Dies betonte Schettinos Anwalt Saverio Senese vor dem Obersten Gericht, das am Freitagabend das rechtskräftige Urteil im Strafverfahren gegen den Kapitän fällen soll.

Die Anwälte von Francesco Schettino erklärten am Freitag, der Kapitän der „Costa Concordia“ sei Opfer eines Komplotts.
Die Anwälte von Francesco Schettino erklärten am Freitag, der Kapitän der „Costa Concordia“ sei Opfer eines Komplotts. - Foto: © LaPresse

Es gebe Beweise eines „Komplotts“ der Offiziere gegen Schettino. Sie hätten die Kontrolle des Schiffes verloren, bevor Schettino vor dem Zusammenprall des Schiffes gegen einen Felsen das Steuer des Luxusliners übernommen hatte. Der indonesische Steuermann habe außerdem Schettinos Anweisungen nicht begriffen.

Der Anwalt listete 14 Formfehler bei dem zweitinstanzlichen Prozess auf, bei dem Schettino in Florenz im vergangen Jahr zu 16 Jahren Haft verurteilt worden war. Der Verteidiger verlangte ein Wiederaufrollen des Prozesses.

Schettino vor Gericht nicht anwesend

Der 56-Jährige Schettino erschien am Freitag nicht vor Gericht. Seine Rechtsanwälte legten den Richtern ein Video vor, das ihren Mandanten entlaste, behaupteten die Verteidiger. Mehr als 40 Personen, Vertreter von Ämter und Institutionen sowie Angehörige von Todesopfern und Passagieren, nahmen an der Gerichtsverhandlung teil.

Schettino hatte die „Costa Concordia“ im Jänner 2012 zu nahe an die Insel Giglio gesteuert, woraufhin der Kreuzfahrtriese teilweise sank. An Bord des Schiffes befanden sich 4.200 Menschen. Schettino hatte damals als einer der ersten das Schiff verlassen und war als „Kapitän Feigling“ verspottet worden. Er selbst behauptete, in ein Rettungsboot gerutscht zu sein.

apa

stol