Donnerstag, 29. März 2018

„Costa Concordia“: Schettino will Neuaufrollung des Prozesses

Der zu 16 Jahren Haft verurteilte Kapitän des 2012 havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ hat die Neuaufrollung seines Prozesses gefordert.

Francesco Schettino will eine Neuaufrollung des Prozesses.
Francesco Schettino will eine Neuaufrollung des Prozesses. - Foto: © LaPresse

Seine Rechtsanwälte reichten beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg einen entsprechenden Antrag ein, der jetzt geprüft werden soll, berichteten Schettinos Rechtsvertreter bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Neapel.

„Sollte das Gericht in Straßburg unseren Antrag annehmen, kann der Prozess neu aufgerollt werden“, sagte Schettinos Anwalt Saverio Senese. Sein Mandant könne nicht allein für die Havarie verantwortlich gemacht werden. Der Prozess gegen Schettino sei zudem von einer heftigen Medienkampagne gegen seinen Mandanten schwer beeinflusst worden. Schettino habe seinen Antrag in Straßburg eingereicht, weil er einen fairen Prozess fordere.

Schettino wurde im vergangenen Mai letztinstanzlich zu 16 Jahren Haft verurteilt und sitzt seitdem in Rom im Gefängnis. Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ hatte im Jänner 2012 vor der Insel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. 32 der mehr als 4.200 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. An Bord befanden sich auch 77 Österreicher, die sich alle retten konnten. Das Oberste Gericht hatte im Mai mit dem letztinstanzlichen Urteil de facto die Strafe bestätigt, zu welcher der Kapitän bereits 2015 und 2016 verurteilt worden war.

apa

stol