Freitag, 12. Mai 2017

„Costa Concordia“: Schettino will sich bei Verurteilung stellen

Francesco Schettino, Kapitän des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“, das 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der kleinen Insel Giglio in Italien verunglückte, will sich der Justiz stellen, sollte das Oberste Gericht in Rom ihn am Freitagabend rechtskräftig verurteilen.

Francesco Schettino will zur Urteilsverkündung anwesend sein.
Francesco Schettino will zur Urteilsverkündung anwesend sein. - Foto: © LaPresse

Dies berichtete Schettinos Anwalt, Saverio Senese.

Schettino wartet an einem geheimen Ort auf die Urteilsverkündung. Er habe seine Wohnung im süditalienischen Meta di Sorrento verlassen, weil er Journalisten vermeiden wolle. Er werde sich jedoch in einer Strafanstalt der Justiz stellen, sagte der Anwalt. Der 56-jährige Schettino, der in erster und zweiter Instanz zu 16 Jahren Haft verurteilt worden war, erschien am Freitag nicht vor Gericht.

Das Oberste Gericht überprüft Urteile der Unterinstanzen auf Rechtsfehler. Liegen solche vor, werden die entsprechenden Urteile „kassiert“ und zur Neuverhandlung an die zuständigen Gerichte zurückverwiesen. Nicht ausgeschlossen wird daher, dass der Prozess gegen Schettino von vorne beginnen könnte, sollten die Richter Rechtsfehler feststellen.

Der Anwalt listete 14 Formfehler bei dem zweitinstanzlichen Prozess auf, bei dem Schettino in Florenz im vergangen Jahr zu 16 Jahren Haft verurteilt worden war.

apa

stol