Montag, 22. Juni 2020

Covid-19: Deutlich mehr Todesfälle im April 2020 als in anderen Jahren

Im Monat April 2020 wurde auf Landesebene im Vergleich zum Durchschnitt der Monate April 2015 bis 2019 ein Anstieg der Todesfälle, unabhängig von der Todesursache, um 72,9 Prozent festgestellt. Am stärksten sind Männer ab einem Alter von 80 Jahren von der Übersterblichkeit betroffen.

Im Fünfjahreszeitraum 2015 bis 2020 wurde der niedrigste Wert an Todesfällen  im April  im  Jahr 2017 mit 318 Fällen und der höchste Wert im April 2020 mit  601 Todesfällen verzeichnet.
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Im Fünfjahreszeitraum 2015 bis 2020 wurde der niedrigste Wert an Todesfällen im April im Jahr 2017 mit 318 Fällen und der höchste Wert im April 2020 mit 601 Todesfällen verzeichnet. - Foto: © shutterstock
Im Monat April wurden in Südtirol insgesamt 601 Personen wegen Todesfalls aus den Melderegistern gelöscht. Dies sind 72,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015-2019 (348 Todesfälle). In diesem Fünfjahreszeitraum wurde der niedrigste Wert im April 2017 mit 318 Fällen und der höchste Wert im April 2019 mit 410 Todesfällen verzeichnet.

Die überzählige Zahl der Todesfälle beträgt 253, von denen aber fast 2 Drittel auf Todesfälle entfallen, die der Covid-19-Überwachung gemeldet wurden. Somit ist im Vergleich zum März der Anteil der durch
Covid-19 verursachten Todesfälle an der Übersterblichkeit gestiegen.

Wurden im März 2020 von den 249 Übersterblichkeits-Todesfällen 44,2 Prozent der Covid-Überwachung gemeldet (110 Todesfälle), waren es im April von den 253 Übersterblichkeits-Todesfällen 65,2 Prozent (165 Todesfälle). Dies bedeutet gleichzeitig, dass der Anteil aller anderen Todesursachen an der Übersterblichkeit im Vergleich zu März gesunken ist (von 55,8 Prozent auf 34,8 Prozent).


Die Verringerung des nicht durch Covid-19 erklärbaren Anteils an der gesamten Übersterblichkeit ist ein wichtiges Ergebnis, das auf die Zunahme der Diagnosekapazität der Gesundheitseinrichtungen zurückzuführen sein könnte, das heißt, dass Covid-19-Fälle
systematischer erfasst werden konnten. Die verstärkte Testung erhöhte die Rate der diagnostizierten Todesfälle, die der Covid-19-Überwachung gemeldet wurden. Bis Ende März waren 6.530 Personen getestet worden, im Monat April hingegen bereits 12.648, was nahezu einer Verdopplung gleichkommt.

Gesundheitsbezirk Bozen am stärksten betroffen

Die im Zeitraum März-April 2020 verzeichnete Übersterblichkeit ist in den beiden Gesundheitsbezirken Bozen (85,1Prozent) und Bruneck (73,3 Prozent) deutlicher ausgeprägt als in den anderen. Im Einzugsgebiet des Gesundheitsbezirks Brixen sind im Bezugszeitraum 49,8 Prozent mehr Todesfälle zu beklagen als im Schnitt in den Monaten März und April 2015-2019. Am wenigsten betroffen ist der Gesundheitsbetrieb Meran mit 42,9 Prozent.


Die kumulierten Daten von März und April 2020 bestätigen die bereits festgestellte Übersterblichkeit der Männer, besonders jener ab einem Alter von 80 Jahren. Auch bei Frauen ist eine Übersterblichkeit festzustellen (im Alter zwischen 70 und 79 Jahren), die
aber weniger ausgeprägt ist als bei den Männern.

Vergleich mit Tirol und Trentino

Der Vergleich mit den benachbarten Regionen Tirol und Trentino zeigt, dass Südtirol und Trentino ähnliche Werte aufweisen (67,3 Prozent bzw. 70,9 Prozent), während die Übersterblichkeit in Tirol lediglich 12,6 Prozent beträgt.



stol