Donnerstag, 23. April 2020

Covid-19 – Jeder 4. Patient stirbt auf Intensivstation

Jeder vierte (26 Prozent) aller auf der Intensivstation behandelten Covid-19-Patienten stirbt. Bei älteren Patienten, sowie bei Menschen mit Vorerkrankungen treten noch häufiger Todesfälle auf, geht aus einer von der Mailänder Poliklinik koordinierten Studie hervor.

Im Durchschnitt verbrachten gestorbene Patienten durchschnittlich neun bis zehn Tagen auf der Intensivstation, die anderen Covid-19-Kranken circa 20 Tage.
Im Durchschnitt verbrachten gestorbene Patienten durchschnittlich neun bis zehn Tagen auf der Intensivstation, die anderen Covid-19-Kranken circa 20 Tage. - Foto: © LPA
Die Forscher nahmen Daten von 1.591 Patienten unter die Lupe, die zwischen dem 20. Februar und dem 18. März in 72 Krankenhäusern in der Lombardei auf der Intensivstation lagen. Die in der Fachzeitschrift „Jama Journal“ veröffentlichte Studie wurde von Antonio Pesenti, Direktor der Einheit für Intensivtherapien der Mailänder Poliklinik, geleitet.
Das Durchschnittsalter der Krankenhaus-Patienten betrug 63 Jahre, 82 Prozent waren männlich. Bei etwa 80 Prozent der Infizierten trat eine Covid-19-Infektion mit milden Symptomen wie Fieber und trockenem Husten auf, die keiner besonderen Behandlung benötigten. In 20 Prozent der Fälle waren die Symptome akuter und erforderten einen Krankenhausaufenthalt.

Im Durchschnitt verbrachten gestorbene Patienten durchschnittlich neun bis zehn Tagen auf der Intensivstation, die anderen Covid-19-Kranken circa 20 Tage. Fünf bis 15 Prozent der Krankenhaus-Patienten beklagten Atembeschwerden, die so schwerwiegend waren, dass sie eine Intensivpflege benötigten. 80 Prozent wurden intubiert, während der Rest Sauerstoffmasken oder Helme zur Belüftung erforderten.
Fast sieben von zehn Patienten hatten vor der Infektion mindestens ein Gesundheitsproblem. Die meisten hatten hohen Blutdruck (49 Prozent), 21 Prozent waren von Herz-Kreislauf-Problemen belastet. Vier Prozent meldeten chronische Atemwegserkrankungen.

apa