Montag, 01. März 2021

Coworking als Chance für den ländlichen Raum

Kürzlich veranstaltete die Plattform Land gemeinsam mit CoworkationALPS und startbase Südtirol eine Onlineveranstaltung zum Thema „Coworking und Coworkation in Südtirol“.

Zahlreiche Gäste waren dabei.
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Zahlreiche Gäste waren dabei. - Foto: © Plattform Land
Coworking steht hier für die Verbindung von Community (Gemeinschaft) und Work (Arbeit), wogegen Coworkation zusätzlich noch Vacation (Urlaub) einbezieht. Dabei wurden Vorzeigebeispiele aus der Praxis in und außerhalb Südtirols präsentiert, wie z.B. Tourismuszukunft, ein alpenweites Netzwerk im Bereich der Tourismusberatung, und startbase Südtirol, das Netzwerk von Coworking Spaces in Südtirol.

Zudem wurde der Fördervorschlag der Plattform Land, welcher den Landtagsbeschluss vom vergangenen September zur Förderung von Coworking konkretisiert, präsentiert. In diesem geht es darum, Coworking Spaces in den ersten 3 Jahren mit 50 Prozent bei den Führungskosten zu unterstützen.

Wegen Pandemie: Arbeitswelt erlebt Wandel

Veronika Engel, Vorstandsvorsitzende des Vereins CoworkationALPS, führte in die Materie ein und gab in ihrem Impulsvortrag einen Überblick zu den veränderten Bedingungen der heutigen Arbeitswelt und ortsunabhängigem Arbeiten (Remote Work) und wie Konzepte wie Coworkation und Coworking den ländlichen Raum nachhaltig und zukunftsorientiert gestalten können.

Die Arbeitswelt erlebt derzeit einen immensen Wandel, verstärkt durch die Covid-19-Pandemie. Doch auch wenn Büros wieder ohne Auflagen besetzt werden können, führt die Entwicklung der Arbeitswelt weg von alten Strukturen hin zu mehr Flexibilität. Davon profitieren könnten vor allem ländliche Regionen. In ihrer Tätigkeit leitet Veronika Engel den interregionalen Verein CoworkationALPS, der in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz aktiv ist und sich für eine alpenweite Coworkation-Infrastruktur einsetzt.

Netzwerk startbase Südtirol vorgestellt

Marion Niederkofler, Direktorin der Stadtentwicklung Bruneck, welche den Coworking Space startbase Bruneck betreibt, stellte das Netzwerk startbase Südtirol vor und zeigte die Relevanz des Kümmerers auf: „Es geht natürlich auch darum, einen ruhigen, voll ausgestatteten Arbeitsplatz mit schnellem Internet und einem Sitzungsraum zur Verfügung zu stellen. Diese harten Faktoren sind Grundvoraussetzung. Aber was einen Coworking Space von einem Pendlerhafen, dem Home-Office oder einem privaten Büroraum unterscheidet, sind die weichen Faktoren Gemeinschaft und Austausch. Erst die Förderung des Wir-Gefühls lässt persönlichen und beruflichen Mehrwert entstehen.“

Viele Chancen

Auch Roland Trebo von Tourismuszukunft gab spannende Einblicke in seine eigene Erfahrung als Teil des Beratungsunternehmens Tourismuszukunft. Das Unternehmen arbeitet mittlerweile komplett remote, ohne Geschäftsstelle und ohne Büros. Dafür kommen er und seine Kolleginnen und Kollegen mehrmals jährlich zu mehrtägigen Arbeitstreffen bzw. Coworkations überall in Europa zusammen. Als absoluter New Work- und Tourismus-Experte betonte er nochmals die Dringlichkeit des Themas und die enormen Chancen, die sich gerade für ländliche Regionen hieraus ergeben könnten. Er geht davon aus, dass die Nachfrage nach solchen neuen Arbeitsformen noch zunehmen wird.

In der Diskussion, durch die Julia Scharting vom CoworkationALPS führte, mit der Landtagsabgeordneten Jasmin Ladurner, dem Bürgermeister von Rasen-Antholz, Thomas Schuster, dem Koordinator der Plattform Land, André Mallossek, dem Betreiber vom Coworking Space startbase Meran, Stephan Thaler, sowie Coworkerinnen und Coworkern wurde über die Chance des Coworking für den ländlichen Raum gesprochen.

stol