In Italien haben am Mittwoch die Trauerfeiern für vier der sechs italienischen Jugendliche stattgefunden, die bei dem Brand in der Silvesternacht in der Diskothek „Le Constellation“ im Schweizer Wintersportort Crans-Montana ums Leben gekommen sind. Aus diesem Anlass wurde am Vormittag in allen italienischen Schulen eine Schweigeminute abgehalten. Damit solle der jungen Opfer gedacht und den Familien die Anteilnahme des Landes ausgedrückt werden, erklärte Bildungsminister Giuseppe Valditara.<BR /><BR />Der Minister nahm an der Schweigeminute an der Schule Orsoline di San Carlo in Mailand teil, die der verstorbene 16-jährige Achille Barosi besucht hatte. Die Trauerfeier für Barosi ist für 14.45 Uhr in der Basilika Sant'Ambrogio in Mailand angesetzt. Ebenfalls um 14.45 Uhr findet in Mailand in der Kirche Santa Maria delle Grazie die Beisetzungen für Chiara Costanzo statt, an denen auch der Bildungsminister teilnehmen wollte.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72953404_gallery" /><BR /><BR />In Bologna wurde der 16-jährige Giovanni Tamburi in der Kathedrale San Pietro beigesetzt. In einer Botschaft, die während der Trauerzeremonie verlesen wurde, verglich der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), Kardinal Matteo Zuppi, den Jugendlichen mit „einem Stern am Himmel, erleuchtet vom Licht Gottes“, und schloss mit den Worten: „Es leuchte ihm das Licht, das nicht vergeht. Ruhe in Frieden, lieber Giovanni.“<BR /><BR />Der Kardinal erklärte, er könne aus persönlichen Gründen nicht an der Trauerfeier teilnehmen, fühle sich der Familie und der Gemeinde jedoch in „schmerzlicher Liebe und tiefer Verbundenheit“ nahe. Der Abschied von einem so jungen Menschen erscheine kaum begreiflich, schrieb Zuppi, gerade angesichts der Schönheit des Lebens und der Lebensfreude, die Giovanni ausgestrahlt habe. <BR /><BR />Zuppi weitete seine Gedanken auch auf die jungen Freunde Giovannis aus, die bei dem Brand verletzt wurden und teils schwere Folgen davontragen, sowie auf weitere Opfer von Gewalttaten und Unglücken.<h3>Prominente aus Sport und Politik bei Trauerfeier in Rom</h3>In Rom fand die Trauerfeier für den 16-jährigen Riccardo Minghetti in der Basilika Santi Pietro e Paolo im Stadtviertel Eur statt. Begleitet vom Orgelspiel wurde der Sarg kurz vor Beginn der Zeremonie in die Basilika getragen. Zu Beginn der Feier erlitt eine Freundin des Jugendlichen einen Schwächeanfall und wurde von Helfern des Roten Kreuzes versorgt.<BR /><BR />Unter den Anwesenden waren neben zahlreichen Freunden, Mitschülern und Familienangehörigen auch prominente Vertreter aus Politik und Sport präsent. An der Trauerfeier nahmen unter anderem Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri sowie die italienischen Minister Andrea Abodi (Sport) und Orazio Schillaci (Gesundheit) teil. Auch Trainer und Sportlehrer aus dem Umfeld des Jugendlichen, der unter anderem Tennis und Schwimmen betrieben hatte, erwiesen ihm die letzte Ehre.<BR /><BR /> Riccardo Minghetti besuchte das naturwissenschaftliche Gymnasium „Stanislao Cannizzaro“ in Rom; dort wurde der Unterricht am Vormittag ausgesetzt, um Schülern und Lehrkräften die Teilnahme an der Beisetzung zu ermöglichen. <h3> Eltern: „Empfinden keine Wut, nur tiefen Schmerz“</h3>Die Eltern des Verstorbenen erklärten, sie empfänden keine Wut, nur tiefen Schmerz, forderten jedoch eine umfassende Aufklärung der Umstände, die zu dieser Tragödie geführt haben. Riccardo habe sich sehr gefreut, erstmals mit einer festen Gruppe von Freunden in der Silvesternacht unterwegs zu sein. <BR /><BR />Das jüngste Todesopfer des Brandes, Sofia Prosperi, wurde in Lugano verabschiedet. Die Zeremonie in der Kathedrale San Lorenzo wurde vom Weihbischof Alain de Raemy geleitet.<BR /><BR />Die Trauerfeier für den 16-jährigen Golfspieler Emanuele Galeppini wird am Donnerstag in Genua stattfinden. Auf Wunsch der Eltern wurde der Ort der Beisetzung nicht bekannt gegeben. Die Aufbahrung des Verstorbenen wurde in der Kapelle der Kapuzinerbrüder im Policlinico San Martino eingerichtet und bleibt auch am Mittwoch für die Öffentlichkeit zugänglich.<BR /><BR />Der Brand in der Diskothek „Le Constellation“ hatte insgesamt 40 Todesopfer gefordert, darunter 16 italienische Staatsbürger. Elf Verletzte werden derzeit im Mailänder Krankenhaus Niguarda behandelt. Regierungschefin Giorgia Meloni besuchte am Dienstagnachmittag das Krankenhaus und traf Angehörige der Verletzten.<h3> Schweigeminute auch an Südtirols Schulen</h3>Auch in SÜdtirols Schulen wurde heute der Opfer von Crans-Montana gedacht. Das italienische Bildungsministerium hat die Schulen in Italien eingeladen, mit einer Schweigeminute der Opfer zu gedenken. Die entsprechende Mitteilung wurde bereits am 5. Januar an alle Schulen des Landes weitergeleitet.<BR /><BR />Der Landesrat für italienische Bildung und Kultur, Marco Galateo, spricht den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus: „Es handelt sich um ein Ereignis, das die gesamte Schul- und Zivilgemeinschaft tief trifft“, erklärt Galateo. Weiter betont der Landesrat: „Ich hoffe, dass jede Schule in unserem Land einen Moment der Stille und des Nachdenkens ermöglicht, als einfaches, aber sehr bedeutendes Zeichen von Respekt, Anteilnahme und Erinnerung. Die Schule ist vor allem eine Bildungsgemeinschaft und ist auch in solchen Situationen aufgerufen, Werte wie Menschlichkeit, Verantwortung und Nähe zu vermitteln.“<BR /><BR />Die konkrete Gestaltung der Schweigeminute liegt bei den einzelnen Schulen. Die Umsetzung erfolgt nach Entscheidung der jeweiligen Schulleitungen und wird an den schulischen Alltag angepasst.