Die Morettis betrieben in Crans-Montana das Burger-Lokal „Le Senso“ und im Nachbarort das Restaurant „Le Vieux-Chalet“ mit korsischen Spezialitäten. Nach dem Brand in der Silvesternacht, der durch Feuerfontänen an Champagnerflaschen ausgelöst worden war, wurde den beiden Restaurants die Betriebserlaubnis entzogen. <BR /><BR />Wie die Anwälte des französischen Unternehmerpaares mitteilten, wurden die beiden Lokale an einen Dritten vermietet. Dieser übernehme die Miete sowie die laufenden Kosten für den Erhalt der Immobilien. Gegen die Wiedereröffnungspläne regt sich jedoch Widerstand - auch in Italien, dem Land aus dem sechs der 41 Todesopfer stammen. Eine Online-Petition gegen die Wiedereröffnung der Restaurants hat inzwischen mehr als 27.000 Unterschriften gesammelt.<BR /><BR />Die Anwälte verweisen darauf, dass nach dem Brand sämtliche Vermögenswerte des Ehepaares von Justizbehörden beschlagnahmt worden sind. Die Vermietung diene dazu, den Wert der Unternehmen zu erhalten. Andernfalls drohten Insolvenzen, wodurch Vermögenswerte verloren gehen würden, die später für Entschädigungen der Opfer benötigt werden könnten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1331901_image" /></div> <BR /><BR />Unterdessen könnte sich die juristische Aufarbeitung der Brandkatastrophe über viele Jahre hinziehen. Der Bürgermeister von Crans-Montana, Nicolas Féraud, sagte der Zeitung „Blick“, es sei unwahrscheinlich, dass die zivilrechtlichen Verfahren vor Ablauf von<BR />15 Jahren abgeschlossen würden. Entsprechend lange könnten auch die Angehörigen der Todesopfer und die Verletzten auf endgültige Entschädigungen warten.<BR /><BR />Nach Angaben der Zeitung wird gegen insgesamt 14 Personen im Zusammenhang mit dem Brand ermittelt. Ihnen werden unter anderem fahrlässige Brandstiftung, fahrlässige Tötung und fahrlässige schwere Körperverletzung vorgeworfen. Zu den Beschuldigten gehören neben Jacques und Jessica Moretti auch mehrere Amtsträger der Gemeinde. <BR />Féraud schloss hohe Entschädigungszahlungen an die Opferfamilien nicht aus. Die Gemeinde müsse dafür jedoch zunächst finanzielle Rücklagen bilden, um ihre Haushaltslage nicht zu gefährden. <BR /><BR />Bereits angelaufen ist ein erstes Hilfsprogramm. Der Kanton Wallis zahlt pro Todesopfer zunächst 50.000 Schweizer Franken als Vorschuss aus und erhält die Mittel später vom Bund zurück. Bis Ende Juni 88 der insgesamt 125 vorgesehenen Zahlungen geleistet worden. Für die Opfer der Brandkatastrophe soll inzwischen ein Ort des Gedenkens entstehen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1331904_image" /></div> <BR /><BR />Fünf Walliser Persönlichkeiten haben dazu die Vereinigung „Mémorial“ <BR />gegründet, die das Vorhaben unterstützen will. Die ehemaligen Schweizer Botschafter François Barras und Raymond Loretan, der frühere Walliser Kulturchef Jacques Cordonnier, der Architekt Pierre Pralong sowie Bérangère Primat, Direktorin der Stiftung Opale in Lens, stellten die neue Vereinigung an ihrer Gründungsversammlung in Lens vor. Die Initianten gründeten die Organisation auf Anregung eines Angehörigen eines Opfers. Aus Sicht der Gründer soll rasch ein Ort des Gedenkens entstehen, der allen offensteht. Er soll Familienangehörigen, Freunden der Opfer, Bewohnern der Region und Besuchern die Möglichkeit bieten, gemeinsam zu trauern und die Erinnerung an die Verstorbenen wachzuhalten.<BR /><BR />„Wir wollen nicht zulassen, dass die Gesichter, Geschichten und Zeichen der Solidarität, die aus dieser Tragödie hervorgegangen sind, in Vergessenheit geraten“, erklärten die Gründer.