Donnerstag, 19. März 2020

CureVac-Aufsichtsrat: „Der Impfstoff wird kommen“

Das deutsche Biotech-Unternehmen CureVac macht Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff. „Wir kommen gut voran“, sagte der Geschäftsführer Friedrich von Bohlen, der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag.

CureVac arbeitet auf Hochtouren an einem Impfstoff.
CureVac arbeitet auf Hochtouren an einem Impfstoff. - Foto: © APA/Symbolbild / HANS PUNZ
„Schon bald können wir in präklinische Tests gehen und den Impfstoff an Tieren testen, im Sommer können wir die klinischen Tests am Menschen starten – dabei müssen wir vor allem die richtige Dosis finden.“
Dievini hält laut der Zeitung 82 Prozent an dem Impfstoffentwickler CureVac, bei dem von Bohlen auch im Aufsichtsrat sitzt.

Zur Frage, wann der Impfstoff kommt, sagte er: „Das hängt von vielen Faktoren ab und auch davon, wie sich diese Pandemie entwickelt.“ Verlaufe sie dramatisch, „werden Beschleunigungen möglich sein“. „Ich bin mir aber sicher: Der Impfstoff wird kommen“, sagte von Bohlen.

Produktion könnte schnell hochgefahren werden

CureVac könne nach einer Zulassung auch rasch die Produktion hochfahren. „CureVac wäre heute in der Lage, über 100 Millionen Dosen pro Jahr zu produzieren“, sagte von Bohlen.

Das hänge auch davon ab, wie hoch die Dosierung sein müsse, um einen Menschen wirksam zu schützen. „Bräuchten wir ein Mikrogramm Impfstoff pro Impfung, so wie es CureVac kürzlich bei Tollwut zeigen konnte, könnte man mit einem Kilogramm eine Milliarde Menschen impfen – muss die Dosis höher liegen, brauchen wir auch deutlich mehr Impfstoff.“

Zu Berichten über Übernahmeversuche von US-Präsident Donald Trump sagte von Bohlen: „CureVac war im März als einziges deutsches Unternehmen bei einem Treffen von Pharmafirmen zur Coronakrise im Weißen Haus.“ Danach seien „Spekulationen aufgekommen, Trump wolle CureVac übernehmen oder exklusive Lieferkapazitäten für die USA aufkaufen“. „Um es klar zu sagen: Ein solches Angebot der US-Regierung hat es nicht gegeben.“

Von Bohlen fügte hinzu, er wolle „aber nicht ausschließen, dass eine Anfrage nach Impfstoff auch aus den USA, auch aus anderen Regionen, einmal kommen wird“.

apa/afp