Die Bandbreite der Cyber-Vergehen reicht von Beleidigungen und Drohungen im Netz über professionellen Betrug durch Phishing, über das unbefugte Eindringen in Netzwerke, die Installation schädlicher Software bis hin zu Erpressungsversuchen.<BR /><BR /><BR /><BR /> „Unsere kritische Infrastruktur, die öffentliche Verwaltung, aber auch die Betriebe und Bürger gilt es vor Angriffen aller Art zu schützen. Das ist gleichzeitig auch ein Kampf gegen die Zeit, weil uns Kriminelle in der Regel mehr als einen Schritt voraus sind“, sagt Sicherheits-Landesrätin Ulli Mair. Doch das Land nimmt den Kampf auf.<BR /><BR />Sie betont, dass Behörden, Banken oder öffentliche Einrichtungen keine persönlichen Daten, Passwörter oder Bankzugänge abfragen, weder per E-Mail, SMS noch Telefon. „Wer entsprechende Aufforderungen erhält, sollte weder Daten eingeben noch auf Links klicken, sondern schnellstens eine Meldung erstatten“, mahnt die Landesrätin. <BR /><BR /><BR /><BR />Doch was tut die Landesverwaltung, um sich selbst vor Attacken zu schützen? Schließlich verarbeitet die öffentliche Verwaltung „eine große Menge sensibler Daten – von Verwaltungsakten über Gesundheits- und Bildungsdaten bis hin zu digitalen Bürgerservices“, sagt Generaldirektor Alexander Steiner: „Als öffentliche Verwaltung nehmen wir das Thema sehr ernst. Der Schutz der Daten der Bürgerinnen und Bürger hat höchste Priorität. Deshalb gelten für uns höchste Standards bei Datenschutz, Datensicherheit und Governance.“ Denn eines ist klar: „Cyberangriffe sind heute eine reale Herausforderung für jede öffentliche Verwaltung – weltweit.“<BR /><BR />Dabei, so Steiner, gilt zunächst einmal der Grundsatz: Daten der öffentlichen Verwaltung werden nicht „unkontrolliert ausgelagert“. „Die Verantwortung bleibt immer bei der jeweiligen öffentlichen Körperschaft bzw. bei der Landesverwaltung“, betont er. Technische Dienstleistungen könnten zwar von spezialisierten IT-Partnern erbracht werden, aber unter klaren gesetzlichen Vorgaben, vertraglichen Regelungen und strengen Sicherheitsstandards. <BR /><BR />Ein wesentlicher Teil der digitalen Infrastruktur wird jedoch über landeseigene bzw. öffentliche Strukturen organisiert, insbesondere über die Südtiroler Informatik AG (SIAG). Dort werden zentrale Systeme betrieben und koordiniert. Zusätzlich arbeiten einzelne Körperschaften je nach Anwendungsbereich auch mit zertifizierten externen Anbietern zusammen. „Dabei gelten immer die europäischen Datenschutzbestimmungen und hohe Anforderungen an Datenhaltung, Zugriffsschutz und Nachvollziehbarkeit“, so Steiner. <h3> „Besonders hohe Sicherheitsanforderungen“ im Gesundheitswesen</h3>„Besonders hohe Sicherheitsanforderungen“ gelten laut Steiner im Gesundheitswesen. Zu den Schutzmaßnahmen gehörten moderne Firewalls, Netzwerksegmentierung, ein laufendes Sicherheitsmonitoring, umfangreiche Protokollierungssysteme sowie die Verschlüsselung sensibler Datenbestände und Datentransfers. <BR /><BR />„Zugriffe auf besonders schützenswerte Informationen werden streng geregelt, nachvollziehbar dokumentiert und laufend überprüft“, unterstreicht Steiner. Zusätzlich wurde laut Steiner innerhalb der SIAG ein modernes Security Operations Center etabliert: „Es überwacht zentrale Systeme und Netzwerke laufend auf verdächtige Aktivitäten und mögliche Angriffe.“<h3> „Cyber-Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein permanenter Prozess“ </h3>Doch „Cyber-Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein permanenter Prozess. Deshalb investieren wir laufend in den Ausbau der Cybersicherheit“, sagt Steiner. Das bedeute konkret: laufende technische Aktualisierung der Systeme, mehrstufige Sicherheitsmechanismen, Überwachung und frühzeitige Erkennung von Angriffen, regelmäßige Sicherheitsprüfungen, Datensicherung und Notfallkonzepte sowie Schulung der Mitarbeiter, denn viele Angriffe beginnen über Phishing oder Social Engineering. „Ziel ist es, Angriffe möglichst früh zu erkennen, ihre Ausbreitung zu verhindern und die Betriebsfähigkeit auch im Ernstfall rasch wiederherzustellen“, sagt er.<BR /><BR />Zusätzlich verschärften sich europaweit die regulatorischen Anforderungen massiv. „Der Druck auf alle öffentlichen Einrichtungen, ihre Systeme stetig weiterzuentwickeln und resilienter zu machen, ist dadurch deutlich gestiegen – und das ist aus unserer Sicht auch notwendig“, findet der Generaldirektor. <BR /><BR />Das Land arbeitet dabei mit spezialisierten Fachleuten und gesamtstaatlichen Sicherheitsstrukturen zusammen: „Es ist mir als Landesrätin für öffentliche Sicherheit wichtig, die Herausforderung Cyber-Kriminalität in ihrer gesamten Komplexität anzugehen“, so Mair.