Nicht nur im wahren Leben werden Menschen gezielt gepiesackt, dieses Phänomen wird auch im Internet immer häufiger. Ist der Mobber anfangs anonym, hat die Postpolizei durchaus die Möglichkeit, die Täter auszuforschen und anzuzeigen. Bösartige Mails, die unter die Gürtellinie zielen, beleidigende Postings (Text, Bild, Videos) auf Facebook, intime oder nicht autorisierte Bilder, feindselige SMS: Cyber- oder Online-Mobbing hat viele Formen. Dieses Phänomen greift verstärkt um sich, vor allem unter Jugendlichen. In Südtirol gibt es laut Postpolizei noch keine Anzeigen, das bedeute aber nicht, dass das Phänomen nicht ernstgenommen bzw. beobachtet werden müsse. Insgesamt ist Italien laut Studien in Europa an letzter Stelle, was Online-Mobbing betrifft. Aus Studien ging hervor, dass 14- bis 15-Jährige mehr dem Mobbing durch Mobiltelefon ausgesetzt sind, 16-bis 17-Jährige verstärkt Mobbing durch Internet. Meist sind die Täter männlich, die Opfer weiblich. Polizeipsychologin Silvia Mulargia umreißt das Online-Mobbing so: „Ziel des Mobbers ist es, das Opfer zu belästigen, zu bedrohen, zu verspotten, zu verleumden oder bloßzustellen oder es auszugliedern“. Häufig sei es für den Mobber eine Art Mutprobe, um sich in seiner Gruppe zu profilieren. „Leider werden manche auch aus falsch aufgefasstem Spaß oder aus Langeweile zum Mobber“, sagt Mulargia. Online-Mobbing ist für das Opfer trotz der Virtualität nicht weniger schlimm als Mobbing im realen Leben. „Weil eine Beziehung zwischen Opfer und Täter fehlt, kann sich das Opfer nicht wehren. Der Täter versteckt sich meist hinter falschen Namen oder bleibt anonym. ___________________________________________________________Mehr zum Tema gibt es in der Dienstag-Ausgabe der Tageszeitung "Dolomiten".