Donnerstag, 05. Oktober 2017

D wie Digitalisierung und Dauerbaustelle im Sanitätsbetrieb

Digitale Patientenakte und einheitliche Vormerkstelle sind nur einige der großen Baustellen bei der Informatisierung des Südtiroler Gesundheitswesens. Was seit 2004 gepredigt wurde, sollte mit dem ICT-Masterplan 2016-2018 einen deutlichen Schritt näher Richtung Umsetzung gebracht werden. Doch außer, dass man schneller als schnell arbeite, war bei der Vorstellung am Donnerstag nicht viel Konkretes zu erfahren - außer vielleicht, dass die Zusagen von 2016 nicht ganz so eingehalten worden sind.

Andrea Kdolsky, Thomas Schael, Martha Stocker und Christian Stecher.
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Andrea Kdolsky, Thomas Schael, Martha Stocker und Christian Stecher. - Foto: © STOL

„Ein modernes, aufeinander abgestimmtes und – nicht zu vergessen – einheitliches IT-System ist heute für einen Gesundheitsversorger, der seine Aufgabe zufriedenstellend erfüllen will, unumgänglich“. So tönte Sabes-Chef Thomas Schael im November 2016. Damals ist der Umsetzungsplan des ICT-Masterplans genehmigt worden. Was so kompliziert klingt und technisch sicher auch kompliziert ist, lässt sich mit der Digitalisierung von Gesundheits-Diensten umschreiben. 

Die gesamte Umstellung wird laut Schael etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen und insgesamt rund 50 Millionen Euro kosten.

Ganz oben auf dieser Prioritätenliste standen Ziele, die bereits 2017 umgesetzt werden sollten und die den Patienten daher unmittelbar zugute kommen.

Die digitale Patientenakte und einheitliche Vormerkstelle

So sollten etwa die Online-Vormerkungen auf weitere Fachleistungen ausgedehnt sowie Online-Zahlungen von Tickets und Rechnungen und das Abrufen von Labor- und Radiologiebefunden online ermöglicht werden.

Fakt ist: Am Donnerstag konnte die Oberfläche der digitalen Patientenakte präsentiert werden. Auf die Frage, wann ein Austausch der Daten - vorerst Labor- und radiologische Befunde - denn konkret möglich ist, nannte IT-Direktor Christian Steurer nach einer Testphase das zweite Halbjahr 2018. 

Er verwies aber auch auf die erreichten Verbesserungen seit 2014. Damals habe es noch mehr als 300 unterschiedliche informatische Anwendungen gegeben, die aber nicht miteinander vernetzt waren. Heute seien 96 Prozent der niedergelassenen Haus- und Kinderärzte an das System angebunden, gut 86 Prozent von ihnen stellen digitale Rezepte aus.

Die einheitliche Vormerkstelle

Unkonkreter wird es bei der einheitlichen Vormerkstelle für Facharztvisiten. Dazu äußerte sich Andrea Kdolsky, die ehemalige österreichische Gesundheits- und Familienministerin, die seit Mai 2017 ihre Expertise als Präsidentin die Private-Public-Partnership-Gesellschaft SAIM einbringt. 

Sie sprach metaphorisch davon, dass man Schritt für Schritt einen Berg erklimmen müsse, bei dem es zwei Schritte vor und einen zurück ginge. Auf eine konkrete Zeitangabe ließ sie sich nicht ein. Nur so viel: „Wir sind phänomenal schnell unterwegs“. 

Was sich der Sanitätsbetrieb in Sachen Digitalisierung jedoch groß auf die Fahnen geschrieben hat. „Die Bevölkerung über die Arbeiten und Fortschritte zu informieren“, so Kodosky. Denn die Leute würden all die kleinen Schritte, die im Hintergrund gemacht würden, nicht wahrnehmen.

Vorstellungen wie jene am Donnerstag wird es also künftig häufiger geben. Ob der Inhalt dann konkreter ist und angekündigte Dienste auch schon aktiv sind, wird sich spätestens dann zeigen. 

stol/ker

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