Kürzlich konnte die Feier zu diesem denkwürdigen Ereignis nachgeholt werden.<BR /><BR />Die Pandemie ließ im vergangenen Jahr keine Feier zu. So fand anlässlich des heurigen Festes des Schutzpatrons der Feuerwehren, des heiligen Florian, eine würdige Feier statt. <BR /><BR />Schließlich sind 100 Jahre im Dienste des Nächsten keine Kleinigkeit. Vor allem in Mühlen in Taufers nicht, denn „Mill isch afn Helldoch“ hieß es früher, weil sich dort die Brände häuften und ihnen viele Häuser und Höfe zum Opfer fielen.<BR /><BR /> Vielleicht wurde das an die Katharinakirche angebaute Kirchenschiff der Mühlener Kirche auch deshalb dem Heiligen Florian geweiht. Sicher ist jedenfalls, dass wegen der vielen Brände in der Vergangenheit bereits am 1. Mai 1883 im Gasthof „Zur Post“ in Sand eine der ersten Feuerwehren Tirols gegründet wurde. Dieser Wehr gehörten damals noch Mitglieder aus allen drei Bodenfraktionen an. <h3> Feuerwehrzug Mühlen macht sich selbstständig</h3>Während des Ersten Weltkriegs wurde sie allerdings stark geschwächt und nach den Wirren dieser Zeit machte sich der ehemalige „Feuerwehrzug Mühlen“ im Jahr 1921 schließlich selbstständig - die dorfeigene Mühlener Feuerwehr war damit aus der Taufe gehoben. <BR /><BR />Und diese wurde schon in ihrem Gründungsjahr bei einem Großeinsatz kräftig auf die Probe gestellt - die Feuertaufe sozusagen für die Mühlener Wehr. Der Großbrand, verursacht vom Todschuster Seppl, hielt die Feuerwehrmänner tagelang in Atem und erforderte starken Einsatz. <h3> Der erste große Einsatz </h3>Der Todschuster Seppl war 1917 wegen Geldfälschung verhaftet worden. Im Jahr darauf hatte er im Gasthof „Unterkohlgrube“ bei einer Rauferei den alten Schustervater erstochen. Dafür saß er zwar ein, wurde jedoch bald wieder aus dem Gefängnis entlassen. Als er im Gründungsjahr der Feuerwehr von Mühlen in das Stroh des Haas-Futterhauses schoss, brannte nicht nur der ganze Haas-Hof (der spätere Hasenwirt) ab, sondern auch die Kunstmühle des Niederweger und das Martile-Schlosser-Haus. Ein unvergesslicher Auftakt und eine schwierige Bewährungsprobe für die Mühlener Feuerwehr. <BR /><BR />Der Todschuster wurde von der gerade erst ins Dorf gekommenen italienischen Polizei verhaftet. Man brachte ihn in die Schwefelgruben nach Sizilien, wo Schwerverbrecher damals Zwangsarbeit leisten mussten.<BR /><BR />Jede Menge verschiedener Einsätze hatte die Mühlener Feuerwehr seitdem zu bewältigen. <BR /><BR />Ein anderer, besonders bemerkenswerter Einsatz war natürlich auch jener beim großen Waldbrand im Jahr 1976, der volle 27 Tage lang wütete und bei dem der halbe Berg zwischen Rienzgraben und Pursteinwand betroffen war. Auch damals zeigte sich die Mühlener Feuerwehr von ihrer besten Seite: Aufgeben war keine Option, pausenlos wurde gegen das Feuer angekämpft.<h3> Jährlich rund 70 Einsätze und 50 Proben</h3>Viele Einsätze hat es in den vergangenen hundert Jahren für die Mühlener Feuerwehr gegeben und zwar unterschiedlichste Art und unterschiedlichsten Ausmaßes. Derzeit besteht die Freiwillige Feuerwehr Mühlen in Taufers aus 61 aktiven Mitgliedern, 9 Mitgliedern der Jugendgruppe, 16 Mitgliedern außer Dienst und 7 Patinnen. Um die jährlich rund 70 verschiedene Einsätze erfolgreich zu meistern, werden ca. 50 Übungen (Zugproben, Vollproben, Atemschutz und Maschinistenproben) in Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren und Hilfsorganisationen wie der Bergrettung, dem Weißen Kreuz usw. abgehalten. <BR /><BR />