Mittwoch, 13. Januar 2016

Damit alle wissen, wie schlecht die Luft ist

In Sachen Luftverschmutzung werden die Schwellenwerte in Südtirol scheinbar öfters überschritten - und die Bevölkerung weiß nichts davon. Um dies zu ändern, sollen die aktuellen Daten in Zukunft zusammen mit den Grenzwerten online und für jeden ersichtlich angeführt werden.

Messtation für Luftwerte an der A22.
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Messtation für Luftwerte an der A22.

"Die Schwellenwerte der WHO werden oft überschritten und es ist richtig, die Bevölkerung darüber aufzuklären", erklärte Riccardo Dello Sbarba (Grüne). Mit dem Antrag "Überwachung der Luftqualität" (eingebracht von den Abg. Dello Sbarba, Foppa und Heiss) soll dies erreicht werden. 

Die Landesregierung sollte damit verpflichtet werden:

  1. In den auf der Internetseite der Landesumweltagentur in Echtzeit veröffentlichten Grafiken über die Erhebungen zur Luftqualität an den Messstationen des Messnetzes unseres Landes auch die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Schwellenwerte für die verschiedenen Schadstoffe anzuführen.
  2. Zusätzlich zu den Tagesgrenzwerten, falls von den gesetzlichen Bestimmungen einerseits und in den Angaben der WHO andererseits vorgesehen, auch folgende Werte zu veröffentlichen. 
    a) die gesetzlich vorgegebenen sowie die von der WHO festgelegten zulässigen jährlichen Grenzwerte mit Angabe der im laufenden Jahr bisher gemessenen Durchschnittswerte
     b) die gesetzlich vorgegebenen sowie die von der WHO festgelegten maximal zulässigen jährlichen Überschreitungen und jene, die bis zur letzten Messung aufgetreten sind
  3. In den Schadstofftabellen, die bereits auf der Internetseite der Landesumweltagentur veröffentlicht werden, auch die Echtzeit-Erhebung der PM2,5-Werte zu erfassen.
  4. Die technische Machbarkeit einer zusätzlichen kontinuierlichen Erhebung der PM1 zu überprüfen und bei Bedarf die nötigen finanziellen Mittel für die dazu erforderliche Anpassung der Gerätschaften vorzusehen sowie eine Grafik mit den entsprechenden Daten in Echtzeit auf der Internetseite der Landesumweltagentur zu veröffentlichen.

Nicht den Überblick verlieren

Solche Daten seien natürlich interessant, meinte Walter Blaas (F), eine Datenflut berge aber die Gefahr, dass man den Überblick verliere. Er werde dem Dreier-Landtag ein gemeinsames Vorgehen vorschlagen, damit man vergleichbare Werte habe. Blaas wies darauf hin, dass man auch zur Müllentsorgung eine Menge von Daten habe, die aber ein falsches Bild vermittelten. 

Sven Knoll (STF) kündigte seine Zustimmung an. Er frage sich aber, ob man auch die Konsequenzen aus den Daten ziehen werde, denn die Schwellenwerte würden oft überschritten.

Mehr Information für die Bevölkerung sei grundsätzlich begrüßenswert, erklärte Dieter Steger (SVP). Es sei aber eine Frage, ob alle Forderungen des Antrags umsetzbar seien. Vor allem sollten nur Daten veröffentlicht werden, die einwandfrei erfassbar seien, sonst verbreite man unnötig Angst.

Grenzüberschreitungen werden angegeben

Landesrat Richard Theiner stellte fest, dass Tirol, Südtirol und das Trentino gleiche Messmethoden hätten, daher seien die Daten vergleichbar. Man müsse bei einer Datenflut aufpassen, dass man vor lauter Bäumen keinen Wald mehr sehe. Die Internetseiten der Umweltagentur werde derzeit umgebaut, dann würden auch die PM2,5 laufend angezeigt. Man werde auch die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen angeben.

Zu den PM1 gebe es weder anerkannte Messmethoden noch Grenzwerte. Riccardo Dello Sbarba zeigte sich mit den Einschränkungen einverstanden. Sein Antrag wurde einstimmig angenommen.

stol/lpa/ker

stol