„Es sollte für alle Bauern selbstverständlich werden, die Jäger zu informieren, wenn sie Wiesen mähen, in denen es vorkommen kann, dass Rehe dort ihre Kitze setzen“, meint Benjamin Profanter. Er beschäftigt sich als Jäger seit Jahren mit der Rehkitzrettung – auch mittels Drohne. Zudem gehört er der Arbeitsgruppe im Südtiroler Jagdverband an, die auf dieses Problem aufmerksam machen möchte und damit jedes Jahr Tausende von Rehkitzen vor dem Mähtod rettet.<BR /><BR />„Rehgeißen gebären ihre Kitze im hohen Gras, verstecken sie dort und kommen nur zurück, um sie zu säugen oder sie anderswohin zu bringen“, erklärt Profanter. Das Problem dabei: „Die Rehkitze haben in den ersten 3 Wochen keinen Fluchtreflex, sondern drücken sich bei Gefahr nur zu Boden – in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden“. Auch dann, wenn sich der Bauer mit dem Mähtraktor oder der Mähmaschine nähert.<BR /><BR />Im Gras kann der Bauer das Rehkitz oft nicht sehen, und er wird erst darauf aufmerksam, wenn es bereits von den Klingen verletzt oder getötet wurde. „Beim Einsatz großer Maschinen können getötete Kitze auch gar nicht gefunden werden und landen im Heustock. Wenn sie dort verwesen, entstehen Giftstoffe, die das Nutzvieh gefährden können“, weiß Profanter.<BR /><BR />Will der Bauer dies verhindern, kann er vor der Mahd das Gras durchsuchen, jemanden vor der Mähmaschine herschicken, die Wiesenränder am Tag vorher abmähen oder die Gais mit Fahnen und Blinklichtern verscheuchen – in der Hoffnung, dass sie ihr Kitz fortbringt. „Das ist alles mit großem Aufwand verbunden und nicht immer effektiv“, erklärt Profanter und plädiert für die Rehkitzrettung mit Drohne.<BR /><BR />Dabei werden die Wiesen am Tag der Mahd in einer Höhe von 30 bis 80 Metern mit einer Wärmebildkamera überflogen und so die Kitze ausfindig gemacht.<BR /><BR />„Suchflüge können nur am frühen Morgen gemacht werden“, sagt Profanter. Bei Sonnenschein sei die Wärmesignatur des Kitzes nicht mehr erkennbar. Die georteten Kitze werden mit Handschuhen und Gras geborgen und bis zum Abschluss der Mahd in einer Kiste sicher aufbewahrt. Profanter rät, ein Kitz niemals anzufassen: „Kitze, die den Geruch des Menschen angenommen haben, können von der Gais verstoßen werden“.<BR /><BR />Die Jäger bieten die Rehkitzrettung mit Drohne kostenlos an. Anfragen dazu sind spätestens bis zum Vorabend der Mahd möglich. Den Dienst bieten die Jäger an, weil sie Tierleid verhindern und die Kitze, aber auch andere Jungtiere wie Hasen und Rotwildkälber, die ebenso betroffen sind, vor einem qualvollen Tod bewahren möchten.<h3> Hier können Rehkitzrettungen angefragt werden:</h3><Aufzählung_Pfeil>Revier Feldthurns: Günther Kerschbaumer, Tel. 349 443 86 20</Aufzählung_Pfeil><BR /><Aufzählung_Pfeil>Jagdrevier Klausen: Alfons Pfattner, Tel. 344 189 91 39</Aufzählung_Pfeil><BR /><Aufzählung_Pfeil>Revier Mühlbach: Michael Fischnaller, Tel. 340 407 01 97</Aufzählung_Pfeil><BR /><Aufzählung_Pfeil>Revier Pfeffersberg: Christoph Hilpold, Tel. 328 305 48 32</Aufzählung_Pfeil><BR /><Aufzählung_Pfeil>Revier St. Andrä/Afers: Benjamin Profanter, Tel. 348 542 93 00</Aufzählung_Pfeil><BR /><Aufzählung_Pfeil>Revier Villnöß: Oskar Pramsohler, Tel. 347 730 71 71</Aufzählung_Pfeil>