„Unsere jungen Menschen sind schlichtweg verzweifelt“, bringt Vizebürgermeister Martin Seeber die derzeitige Stimmung auf den Punkt. Der Grund: Sie können sich immer weniger eine Wohnung leisten. „In den vergangenen 10 Jahren hat sich der Preis für den Bau oder Kauf einer Wohnung fast verdoppelt“, erklärt Bürgermeister Roland Tinkhauser. Vor allem nach den jüngsten Teuerungen sei ein Eigenheim für junge Leute fast ein Ding der Unmöglichkeit.<BR /><BR />Daher verfolgen Tinkhauser und Seeber schon seit Längerem ein Projekt, das jungen Leuten leistbaren Wohnraum bereitstellen will. Möglich werden soll das durch dem Bau von Wohnungen mit einer Preisbindung. Dazu hat der Pfalzner Gemeindeausschuss in der jüngsten Sitzung einstimmig Ja gesagt.<h3> Wohnraum mit Preisbindung</h3>Das Projekt fußt auf dem Artikel 40 des Landesgesetzes Nr. 9/2018. Dieser behandelt das Thema Wohnraum mit Preisbindung. Gemeint ist damit, dass Gemeinden Unternehmen unterstützen können, wenn diese Bau- oder Kaufinteressenten Wohnungen mit einem von der Gemeinde vorgegebenen Quadratmeterpreis anbieten. In seinem Grundsatzbeschluss hat der Gemeindeausschuss den Preis auf 3300 Euro pro Quadratmeter (Baudichte 2,2 Kubikmeter pro Quadratmeter) bzw. auf 3350 Euro (Baudichte 2 Kubikmeter pro Quadratmeter) festgelegt. Für eine Wohnung von et-wa 110 Quadratmetern Fläche (Bruttokonventionalfläche) würde das folglich einen Kaufpreis von ca. 350.000 Euro bedeuten.<BR /><BR />Mit Thomas Ausserhofer hat die Pfalzner Gemeindeverwaltung auch bereits ein Bauunternehmen mit im Boot. Dieser hat sich bereit erklärt, zu diesen Bedingungen in das Projekt einzusteigen. Ein Grundstück sei bereits ins Auge gefasst worden, erklärt Bürgermeister Roland Tinkhauser. „Und es gibt auch schon einen Vorvertrag zwischen den Grundbesitzern und der Baufirma.“ Ausgewiesen werde aber erst bei genügend Interesse im Dorf. „Gebaut wird natürlich nach vorgegebenen und im Land gültigen Qualitätsstandards“, zerstreut der Bürgermeister allfällige Bedenken.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61493009_quote" /><BR /><BR />Weise die Gemeinde ein Grundstück zum Bau aus, erklärt Tinkhauser, werde dieses wie üblich zu 40 Prozent frei und zu 60 Prozent gefördert verbaut, also mit Konventionierung, Preisbindung und gemäß den Kriterien der Sozialbindung. Bei der freien Fläche seien wiederum 60 Prozent konventioniert und mindestens die Hälfte dieser Wohnungen müsse größer als 70 Quadratmeter sein.<BR /><BR />Natürlich solle daneben auch weiterhin die Möglichkeit bestehen, in gewohnter Weise gefördert zu bauen, erklärt der Bürgermeister. Abgewickelt werden sollte das jeweilige preisgebundene Bauvorhaben von einem Koordinator wie etwa der Arche im KVW. Diese sei das Verbindungsglied zwischen Baufirma und Käufern und gebe Letzteren zusätzliche Sicherheiten.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61494213_quote" /><BR /><BR />Was dem Start für das Projekt noch im Wege steht, ist das Land. Die Verordnung zum Landesgesetz Nr. 9/2018 sei nämlich noch nicht erlassen, erklärt der Bürgermeister. Danach aber könne man starten und so „ein konkretes Beispiel für leistbares Wohnen“, wie es Vizebürgermeister Seeber formuliert, in die Tat umsetzen.