Donnerstag, 16. Februar 2017

Darmkrebs: Biomarker sagen Therapiewirksamkeit voraus

Darmkrebs ist nicht gleich Darmkrebs: Kolorektale Karzinome treten in unterschiedlichen Subtypen auf. Daher spricht auch nur ein Teil der Patienten auf vorhandene Therapien gut an. Wissenschafter eines europäischen Forschungskonsortiums, darunter auch Forscher der Med-Uni Graz, haben zwei Marker entdeckt, die auf tumorspezifische Wirksamkeit unterschiedlicher Chemotherapeutika schließen lassen.

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Die therapeutischen Erfolge moderner Krebstherapieverfahren bleiben noch oft hinter den Erwartungen zurück: Auch die besten Medikamente helfen nicht jedem. Dickdarmkrebs beispielsweise umfasst eine ganze Palette von Tumorerkrankungen mit verschiedenen genetischen Ursachen.

Lediglich ein Teil der Tumore reagiert auf die verfügbaren Therapien. „Das Kolonkarzinom ist ein sehr heterogener Tumor. Das wirkt sich auf den Erfolg der verfügbaren Therapien aus“, erklärte Johannes Haybäck vom Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Graz gegenüber der APA.

Therapieerfolg kann prognostiziert werden 

In dem von der Europäischen Kommission geförderten Forschungskonsortium „OncoTrack“ hat der Wissenschafter aus Graz gemeinsam mit seinen internationalen Kollegen in einer präklinischen Studie frische Tumorproben von 106 Darmkrebspatienten mit modernsten molekularbiologischen Methoden analysiert und auf individuelle molekulare Charakteristika hin untersucht. Das Konsortium hat dabei Strukturen entdeckt, die den Therapieerfolg von zwei Substanzen prognostizieren können.

„Diese Sensitivitätsprädiktoren könnten für die klinische Verwendung von Cetuximab und 5-Fluorouracil große Bedeutung haben“, präzisierte Haybäck. Der erstgenannte Wirkstoff ist ein oftmals eingesetzter Hemmstoff des Rezeptors für den Wachstumsfaktor EGFR. Bei letzterem handelt es sich um das Zytostatikum 5FU. Die Ergebnisse der Studie wurden in der jüngsten Ausgabe des Journals „Nature Communications“ veröffentlicht.

apa

stol