Eine schlaflose Nacht war für Boznerinnen und Bozner von Mittwoch auf Donnerstag vorprogrammiert. Nach dem Rekordwert von 36,5 Grad Celsius am Tag sank das Thermometer nämlich auch nachts nicht unter die 20 Grad-Marke. <BR /><BR />Dass dies vor allem dem Klimawandel zuzuschreiben ist, weiß Marc Zebisch, Klimaforscher bei Eurac Research: „Die Kombination aus hohen Temperaturen, geringen Niederschlagsmengen und wenig Schneeschmelzwasser in den Flüssen macht die Hitze zunehmend trockener.“ Ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von 2,5 Grad im Alpenraum mag zunächst gering erscheinen, könne jedoch gerade bei Extremwetterlagen wie derzeit als zusätzlicher Hebel wirken.<h3> Ursache eine andere</h3>Entgegen zahlreicher Spekulationen, die in Medien kursieren, sei das Wetterphänomen El Niño nicht für die aktuelle Lage verantwortlich. Dieses entsteht, wenn sich die Passatwinde über dem Pazifik abschwächen und warmes Oberflächenwasser im östlichen Pazifik zurückbleibt. <BR /><BR />Dadurch werden globale Wettermuster durcheinandergebracht und es kann zu Dürren, aber auch extremem Starkregen kommen. „Zwar könnte ein El-Niño-Jahr die Situation zusätzlich verschärfen, die Ursache für die aktuelle Extremwetterlage ist es jedoch nicht“, stellt Zebisch klar. In Südtirol heißt es vorerst weiter Schwitzen. Eine Abkühlung ist nicht in Sicht.