Unter der Farbe entdeckte Restaurator Lars Cimadom ein Fresko des Wappens von Kaiser Leopold II. <BR /><BR />„Wir wussten, dass es sich um ein historisches Haus handelt, doch über die Entdeckung des Wappens sind wir doch erstaunt, da es, soweit ich weiß, in Südtirol nur noch ein weiteres solches Wappen am Nordturm in Bruneck gibt“, berichtet Peter Pramstaller. Er ist Eigentümer des Gebäudes an der Ecke Kleine/Große Lauben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="886166_image" /></div> <BR />Historisch dokumentiert wurde das Gebäude erstmals im Jahr 1404. Niclas von Vintler hatte Anfang des 15. Jahrhunderts die Erlaubnis erhalten, den Kornplatz zu überwölben und kam dadurch zu einem Haus. <BR /><BR />Das heutige Gebäude besteht laut Bericht von Restaurator Lars Cimadom aus 2 ursprünglich getrennten Behausungen. Die westliche war das ehemalige Stadtgerichtshaus. Auf dem verbreiterten Platz an der Ecke zwischen Großen und Kleinen Lauben saß der Stadtrichter in öffentlichem Gericht. Das andere Haus wurde um 1750 dazu erworben und baulich vereinigt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="886169_image" /></div> <BR />Als Mensalgut, also dem katholischen Kirchenvermögen zugehörig, verfiel das Haus 1803 der Säkularisation. Die bayrische Regierung versteigerte es 1806 an Roman Mayr, der es seiner Tochter Therese als Mitgift zur Heirat mit dem Kaufmann Kassian Thaler 1811 übergab. <h3> Auch originale Quaderung frei gelegt</h3>Das Haus blieb Eigentum der Familie Thaler bis zum Tode von Bertha Thaler 1937. Franz Ostheimer und Rosa Pichler erwarben es 1937 und verkauften es 1957 an Josef und Siegfried Pramstaller. Das Gebäude ist heute noch Eigentum der Familie.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="886172_image" /></div> <BR />Peter Pramstaller ließ nun die Fassade restaurieren. Dabei entdeckte Restaurator Lars Cimadom am Haus Taddei (dem östlichen Teil des Gebäudes) an den Großen Lauben eine originale Quaderung, die er frei legte. Am ehemaligen Stadtgerichtshaus entdeckte er unter Farbe versteckte Ornamentmalereien der Eckquadern und an einem Fenster mit Nische, die er frei legte und teils rekonstruierte. Er stellte auch die teils nicht mehr ablesbare Eckquaderung bis ober den Laubenbogen und einer Festerrahmung mit Nische wieder her und entdeckte das Wappen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="886175_image" /></div> <BR />Das Fresko an der Nordseite, das von den Große Lauben aus zu sehen ist, zeigt das Wappen Kaiser Leopolds II. (1747 – 1792). Um den Wappenschild hängen die Kollanten des Ordens vom Goldenen Flies, des Militär-Maria-Theresien-Ordens und des ebenfalls von Maria Theresia gestifteten St.-Stefan–Ordens.<BR /><BR />„Ein Feld des Hauptschildes zeigt das Wappen des Großherzogtums Toscana der Medici, während der dem Hauptschildes aufgelegte gespaltene Mittelschild die Wappen von Österreich und Lothringen beinhaltet“, erklärt Cimadom. <BR /><BR />Kaiser Leopold II. war Erzherzog von Österreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen, von 1765 bis 1790 (als Peter Leopold) Großherzog der Toskana sowie von 1790 bis 1792 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König von Böhmen, Kroatien und Ungarn.