Zusammen mit seiner Frau betreut Reinhold Messner in Nepal „ein neues Museum“. Es wird aber kein weiteres Messner Mountain Museum (MMM) sein.<BR /><BR /><BR />Reinhold Messner plant in Nepal ein ein Sherpa-Museum. „Im Rahmen einer neuen Startup 'Messner Mountain Heritage' versuchen wir den Sherpas eine Struktur zu geben, damit sie ihre Berge erzählen können.“<BR /><BR />Die Geschichte der Sherpas im Nepal reicht weit zurück bis etwa ins 15. Jahrhundert. Sie sei spannend und werde oft falsch verstanden, ist Messner überzeugt. „Die meisten Menschen denken, Sherps sind jene, die den Bergsteigern helfen, ihre Zelte und Utensilien zu tragen. Sherpas sind Diener – das Wort ist effektiv ein Synonym von Dienen. Dabei sind Sherpas große Bergsteiger.“ Schon 1953 hat Sherpa Tenzing Norgay dies bewiesen, als ihm mit Edmund Hillary die Erstbesteigung des Mount Everest, des höchsten Berges der Erde, gelang.<BR /><BR />„Heute sind sie die Organisatoren, die führenden Figuren einer Expedition, die besten der Köpfe im Himalaya. Sie stammen von einem Volksstamm aus Tibet. Shar heißt Osten und pa heißt Volk, das Volk aus dem Osten.“ Laut archäologischen Unterlagen kann belegt werden, dass dieses Volk vor etwa 500 Jahren aus der tibetischen Kulturregion Kham, dem heutigen Qamdo und Garzê, in den Zentral- und Süd-Himalaya eingewandert ist. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="781016_image" /></div> <BR /><BR />„Mehr als 20.000 Leute mit 20.000 Yaks sind im Norden des Himalayas entlang gezogen von Weidefläche zu Weidefläche, bis sie nach Jahren die Tigeri-Ebene auf 4000 Metern Meereshöhe erreichten. Dort kamen sie nicht mehr weiter, weil Muslime vom Westen herdrängten. Ein Vorauskorp ist dann über einen 6000 hohen Himalaya-Pass nach Süden geritten, um neues Land zu suchen, und da kamen sie nach Solukhumbu auf 4400 Metern Meereshöhe. Heute eine der berühmtesten Ferienregionen im Nepal. Dort haben sie sich angesiedelt“, weiß Reinhold Messner zu erzählen. <BR /><BR />Dieses Sherpavolk hat die eigene Kultur in diese Region mitgebracht und auch die eigene Bauweise. „Vor etwa 5 Jahren habe ich einen Tibeter in Solukhumbu kennengelernt, der mir erzählte, er wolle ein sehr altes Haus abbrechen und daraus ein Museum errichten, in dem die Geschichte der Sherpas erzählt werden soll. Als ich es sah, erkannte ich den historischen Wert des Hauses: Das sollte das Museum sein! Es ist das älteste Sherpa-Haus, das es heute noch gibt, samt Einrichtung, Altären, Kapelle und Gerätschaften. So habe ich ein Projekt entwickelt, einen Plan gemacht und es finanziert. Das Museum steht.“ <BR /><BR />Im kommenden Jahr wird es wahrscheinlich eröffnet werden und von der langen Geschichte der Sherpas und von ihrer Entwicklung als Träger, Helfer und Führer erzählen.<BR />