Der Lananer Amts- und Hausarzt Dr. Domenico Bossio schlägt Alarm. Eine seiner Patientinnen wollte am 12. April eine Blutprobe vormerken. „Der erste Termin im Meraner Krankenhaus am 8. Mai“, sagt Dr. Bossio. Zudem könnten gewisse Untersuchungen wie eine Knochendichtemessung überhaupt nicht vorgemerkt werden. Er mahnt eine bessere Kommunikation zwischen Sanitätsbetrieb und Hausärzten an.<BR /><BR />Brauche er die Blut- oder Urinprobe eines Patienten zur Diagnosebestätigung, „dann ist es sehr wichtig, dass die Wartezeit nicht Wochen beträgt, denn dann kann der Patient Schäden davon tragen. Hat der Patient eine Niereninsuffizienz, könnte er zur Dialyse müssen“, führt Dr. Bossio aus. Blut- und Urinproben hätten eine große Aussagekraft bei der Diagnosestellung. „Die Patienten können nicht einen Monat warten, bis sie einen Termin bekommen“, betont er. <h3> „Man könnte an einem Strang ziehen, wenn..“</h3>„Würde man uns Hausärzte informieren, wüssten wir erstens, dass die Wartezeiten so lang sind, zweitens könnten wir nicht dringende Proben verschieben. So könnten wir mit dem Sanitätsbetrieb an einem Strang ziehen, das Problem bei den Wartezeiten auf Laborproben wäre viel kleiner und leichter behebbar. Aber wenn zu uns Hauptakteuren niemand etwas sagt, können wir nicht mithelfen“, sagt Dr. Bossio.<BR /><BR />Den Grund für diese langen Wartezeiten sieht Dr. Domenico Bossio im Hepatitis C-Screening. „Auch davon haben wir Hausärzte nur im Nachhinein aus den Medien erfahren“, fügt der Lananer Amtsarzt hinzu. <BR /><BR />Er habe derzeit eine Ärztin aus dem Trentino in seiner Praxis. „Dabei bemerke ich, wie gut das System Blutproben im Trentino funktioniert. Wird mir vom Arzt etwas verschrieben, kann ich die Leistung mit meiner Gesundheitskarte überall einlösen. Gewisse Proben vom Krankenhaus Bozen fließen sogar direkt ins Trentiner EDV-Programm ein. Im Vergleich zum Trentino leben wir im Mittelalter, aber das Trentiner System war ja noch zu Schaels Zeiten abgelehnt worden“, erinnert Dr. Bossio.<BR /><BR />Zurück zu den Vormerkungen: „Dazu kommt, dass viele Leistungen wie beispielsweise eine Knochendichtemessung momentan gar nicht vormerkbar sind. Sehr schwierig bis fast nicht vormerkbar ist eine Doppler-Untersuchung der Beine. Und dass prioritär verschriebene Visiten, nicht innerhalb der vorgeschriebenen 10 Tage erfolgen, ist ein alter Hut“, meint Dr. Bossio. <BR /><BR />Zudem merkt er an, dass es für ältere Menschen „oft schwierig ist, Visiten außerhalb des eigenen Gesundheitsbezirks anzunehmen. Mit den Öffis müssen teils lange Anreisezeiten in Kauf genommen werden. Das heißt, ältere Menschen sind entweder auf jüngere angewiesen oder aber sie müssen vom Krankentransportdienst begleitet werden. Das sind zusätzliche Kosten für die Allgemeinheit“, fügt Dr. Bossio dazu.