Samstag, 01. August 2020

Das Problem mit dem Wolf: Jetzt soll der Ministerpräsident helfen

In Sachen Schutz der Almwirtschaft vor Wolf und Bär will die SVP in Rom den Druck deutlich erhöhen, wie das Tagblatt „Dolomiten“ in der heutigen Ausgabe berichtet. „Dies ist eines der Hauptanliegen, das ich bei unserem Treffen mit Premier Giuseppe Conte vorbringen werde“, kündigt Senatorin Julia Unterberger an.

Auf allerhöchster Stelle soll nun dem Wolf Einhalt geboten werden: Er sei mit der Almwirtschaft nicht vereinbar, findet Senatorin Julia Unterberger und kündigt an, das gegenüber Premier Conte deutlich machen zu wollen.
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Auf allerhöchster Stelle soll nun dem Wolf Einhalt geboten werden: Er sei mit der Almwirtschaft nicht vereinbar, findet Senatorin Julia Unterberger und kündigt an, das gegenüber Premier Conte deutlich machen zu wollen. - Foto: © shutterstock
Sie erhofft sich, dass Conte bei der ISPRA interveniert, deren Gutachten zum Abschuss von Problemtieren seit einem Jahr ausständig ist.

Eigentlich wäre in Südtirol mit seinem geltenden Landesgesetz die rechtliche Grundlage für den Abschuss von Wölfen oder Bären zum Schutz der Bergwirtschaft bereits seit Juli 2018 gegeben. Eigentlich.

Denn wie im Landesgesetz vorgesehen, braucht es für den Erlass zum Abschuss von Problemwölfen oder -bären ein Gutachten der obersten Naturschutzbehörde ISPRA. In diesem Punkt will die SVP nun Druck machen. „Dass Südtirols Almwirtschaft endlich vor dem Wolf geschützt werden muss, ist eines der Hauptanliegen, das ich Premier Conte bei unserem Treffen am 12. August vorbringen werde“, sagt Unterberger.

Schon einmal habe sie Conte die Problematik geschildert, wolle ihn nun noch einmal mit Nachdruck darauf hinweisen. Denn wie die letzten Vorfälle im Land (etwa der Fall der 12 trotz Herdenschutzzaun auf der Kofelalm vom Wolf gerissenen Villnösser Brillenschafe, Anm. d. Red.) und auch im Belluno (siehe gestrige Ausgabe) gezeigt hätten, sei klar nachgewiesen, dass der Herdenschutz nicht funktioniere, so Unterberger.

Druck machen will sie bei Conte vor allem in Sachen ISPRA-Gutachten, das eine Voraussetzung für einen Abschuss darstellt. „Seit über einem Jahr warten wir darauf“, so Unterberger. Sie erwarte, dass sich Conte mit Umweltminister Costa und der ISPRA der Sache annimmt. „Ich bin ja auch Tierschützerin. Aber die Bilder von den zerfleischten Schafen, Ziegen und Eseln – einfach schrecklich. Das sind ja auch Tiere und müssen vor dem Wolf geschützt werden“, sagt sie.

Ganz zum Nulltarif ist für Südtirol die Umsetzung der Anliegen – neben dem Wolf u.a. automatische Steuerneutralität im Katastrophenfall, Gesetzesänderung für die Auszahlung der Privataktionäre der A22, Abänderung im Gesetz zur Eintragung in die Ärztekammer – wohl nicht zu haben. Man werde eine verlässliche Zusammenarbeit mit der Regierung anbieten müssen, so Unterberger.


em

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