Seit 2019 – knapp ein Jahr, bevor sie Mecja kennenlernte – waren Alexandra Mocanu und ihr Ehemann getrennt. Er ist im Verfahren Nebenkläger. Grund für das Beziehungsaus: Mocanu habe nach 6 Jahren als Hausfrau und Mutter wieder als Tänzerin in einem Nachtclub arbeiten wollen. In einem solchen Lokal arbeitete Mocanu auch, als sie Mecja im Sommer 2020 kennenlernte. Für ihn habe sie – wie er schilderte – das Arbeitsverhältnis beendet.<h3> Sohn erfährt aus den TV-Nachrichten von Mocanus Tod</h3>Mocanus Sohn lebt seit der Trennung seiner Eltern bei den mütterlichen Großeltern in Rumänien; weil Alexandra Mocanu das so gewollt habe, nachdem sie einen neuen Partner gefunden habe, mutmaßte ihr Ehemann gestern. Ein- oder zweimal im Jahr habe Mocanu den Sohn besucht. Vom Mord an seiner Mutter habe habe der Bub aus den Fernsehnachrichten erfahren. Mecja hat inzwischen eine Entschädigungszahlung von 10.000 Euro an die Großeltern geleistet. <BR /><BR />Zur Sprache kam heute auch der Zweitschlüssel zum Auto, den Mocanu Mecja laut seiner Aussage heimlich abgenommen habe. Der Angeklagte hatte angegeben, er habe dies entdeckt, sie aber im Unklaren darüber gelassen und sich dann wiederum ohne ihr Wissen ein Duplikat zugelegt. Dank dieses Ersatzschlüssels habe er Mocanu in den Wochen vor dem Mord nachspionieren, ihr gar als blinder Passagier im Kofferraum folgen können <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/wie-detektiv-partnerin-ausspioniert" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(wir haben berichtet).</a><h3> Trägt die Vollmacht Mocanus Unterschrift?</h3>Ein Angestellter des Bozner Autohauses sagte heute im Zeugenstand, Mecja habe den Schlüssel für das Auto, das auf Mocanus Namen registriert war, nur dank ihrer Vollmacht erhalten. Eigenartig scheint allerdings, dass Mecja in bar gezahlt habe – dem Zeugen zufolge, damit Mocanu nichts von dem Duplikat erfahre. Da diese Aussage und die Vollmacht nicht zusammenzupassen scheinen, soll das Dokument am nächsten Verhandlungstag vorgelegt werden – auch um zu prüfen, ob es wirklich Mocanus Unterschrift trägt.<h3> Die Sache mit dem Schuh</h3>Dass Mecjas Familie mit seiner Partnerin fremdelte, bestätigte nach Mecja Eltern heute auch seine Schwester. Bei einer Geburtstagsfeier habe Mecja mit ihren Kindern im Garten gespielt. Damit, dass Mecja so ausgelassen und fröhlich gewesen sei, habe er Mocanus Missfallen erregt: „Sie hat ihn in strengem Ton zurechtgewiesen, ihm dann ihren Fuß hingehalten und ihn angeherrscht, er solle ihr den Schuh zumachen.“ Dabei habe Mocanu nicht bemerkt, dass die Schwester die Szene beobachtet hatte – „als sie mich sah, war sie gleich wie ausgewechselt.“<BR /><BR /> Die zweite Begebenheit, die die Schwester schilderte, geht auf einen Abend wenige Wochen vor dem Mord zurück: „Es war das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe. Wir waren essen. Mir kam die Sache nicht normal vor: Alexandra hat Avni ständig zurechtgewiesen.“ Selbst die Blumen, die er ihr gekauft habe, seien Anlass für Verstimmung gewesen.<BR /><BR />Mecjas Schwager bestätigte, dass das Werkzeug des Angeklagten in der Wohnung gewesen sei. Die Spurensicherer hatten es laut Anklage aber nicht finden können. Wie berichtet, war Mocanu mit einem Maurerhammer erschlagen worden. Die Verhandlung wurde auf den 13. März vertagt. Das Urteil könnte schon am 27. März fallen.