Freitag, 25. März 2022

Tschenett: „Das reicht bei weitem noch nicht aus“

Die italienische Regierung hat vor wenigen Tagen einen Rabatt auf die explodierenden Diesel- und Benzinpreise beschlossen: 25 Cent macht die Vergünstigung aus. Es sei zwar ein richtiger Schritt, sagt der ASGB-Vorsitzende Tony Tschenett, aber: „Das reicht bei weitem noch nicht aus.“ Zudem kämen noch die teuren Strom- und Lebensmittelpreise. „Die Situation hat sich deutlich verschlechtert“, sagt Tschenett.

An den Tankstellen muss man derzeit tief in die Tasche greifen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Von:
Arnold Sorg
Der Benzin- und Dieselpreis in Italien und damit auch in Südtirol ist in den vergangenen Wochen geradezu explodiert. An den Tankstellen zahlt man einen Liter Treibstoff weit über 2 Euro. Um dem entgegenzusteuern, hat die italienische Regierung vor wenigen Tagen einen Preisrabatt auf Diesel und Benzin von 25 Cent beschlossen.


Die hohen Treibstoffpreise sind nur ein Mosaikstein.
Tony Tschenett, ASGB-Vorsitzender



Dies sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber vor allem für jene Personen, die auf das Auto angewiesen sind, um zur Arbeit zu kommen, reiche diese Maßnahme bei weitem nicht aus, sagt Tschenett zu STOL. „Der Rabatt gilt für einen Monat. Wenn danach die Diesel- und Benzinpreise wieder hochschnellen, dann stehen wir wieder vor demselben Problem“, sagt der Gewerkschafter.

Es gebe nämlich viele Leute, die auf das Auto angewiesen seien. Alle würden hingegen vermehrt auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, was zu begrüßen sei. „Aber“, so Tschenett: „Die hohen Treibstoffpreise sind nur ein Mosaikstein.“ Denn neben den hohen Treibstoffpreisen hätten die Bürger derzeit auch mit den explodierenden Strompreisen und den teurer werdenden Lebensmitteln zu kämpfen.

Und alles zusammen, so Tschenett – also die hohen Benzin- und Dieselpreise, die hohen Stromkosten und die teurerer werdenden Lebensmittel, das ist zu viel.


All das führt dazu, dass sich immer mehr Südtiroler schwertun, mit ihrem Gehalt bis ans Monatsende zu kommen.
Tony Tschenett, ASGB-Vorsitzender



„All das führt dazu, dass sich immer mehr Südtiroler schwertun, mit ihrem Gehalt bis ans Monatsende zu kommen“, so Tschenett. Diese Situation habe sich in den vergangenen Monaten dramatisch zugespitzt.

Er befürchtet, dass – wenn nicht gegengesteuert werde – ein Teil der Südtiroler unter die Armutsgrenze rutschen könnte. „Das dürfen wir auf keinen Fall zulassen“, sagt Tschenett.


Wann die hohen Lebenshaltungskosten wieder sinken werden, darüber hat der Wirtschaftsanalyst Nicola Riz am Freitag im STOL-Interview gesprochen.

sor

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