Samstag, 11. Januar 2020

Das sagen die Eltern des Unglücksfahrers

Die Eltern von Stefan Lechner haben sich an die „Dolomiten“ gewandt, denn es ist ihnen ein sehr großes Anliegen, den Familien der Opfer der Unglücksnacht von Luttach ihr tief empfundenes Mitgefühl auszudrücken.

Immer mehr Kerzen werden an der Unglücksstelle aufgestellt.
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Immer mehr Kerzen werden an der Unglücksstelle aufgestellt. - Foto: © DLife

„Es ist schwer, wenn nicht unmöglich, die Gefühle in Worte zu fassen. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Mütter und Väter der Verstorbenen und Verletzten aufgefangen werden, von Menschen, die ihnen Kraft geben in ihrem großen Leid und großen Schmerz und dass es irgendwann eine Perspektive für sie gibt. Wir haben das tiefste Mitgefühl für die Verstorbenen und Verletzten mit ihren Familien und Freunden“, sagt die völlig gebrochene Mutter von Stefan Lechner. „Eine Tragödie in diesem Ausmaß ist nicht in Worte zu fassen.“

Seit dem Unfall, den ihr Sohn in der Nacht auf Sonntag verursacht hat, werden die Eltern psychologisch betreut. Dabei ist ihnen geraten worden, die ganze Flut an Stellungnahmen, vor allem in den sozialen Netzwerken, nicht zu lesen, um sich mit all den Kommentaren nicht weiter zu belasten. Diesen Rat hätten sie nur bedingt befolgen können, sagen die Eltern.

Inzwischen habe auch der Rummel im Dorf etwas nachgelassen.

Beklemmend sei, dass einzelne Medien aus lauter Gier nach irgendwelchen Kommentaren sogar nicht davon zurückgeschreckt hätten, Geld zu bieten.

Abgesehen von der professionellen Betreuung sind es vor allem die Geschwister, auf die sie in diesen schweren Tagen zählen können.

Gelegenheit, mit ihrem Sohn auch einmal persönlich über all das Geschehene zu sprechen, hatten sie noch keine, aber nach erfolgter Haftprüfung hätten sie nun eine Besuchserlaubnis erhalten.

Denn ohne das, was passiert ist, zu beschönigen, ohne die Opfer zu vergessen, habe aber auch Stefan seine Würde und eine Familie, die versuchen wird, ihm ein Licht hinter dem langen Tunnel zu geben, ihm das Gefühl zu geben, dass es bei all dem Leid Menschen gibt, auf die er sich verlassen kann.

Bei dem Unfall am Sonntag um kurz nach ein Uhr nachts in Luttach im Ahrntal waren 7 junge Urlauber aus Deutschland ums Leben gekommen und 10 weitere Personen teils schwer verletzt worden. Stefan Lechner (27) aus Ehrenburg war mit seinem Audi TT in die Fußgänger gefahren, die soeben einen Shuttle-Bus verlassen hatten und auf dem Weg in ihre Unterkunft waren.

mt