Vor allem die Wahlbeteiligung von nur 62 Prozent in Südtirol lässt aufhorchen: „Das war das Schlimmste bei diesen Wahlen“, meint zum Beispiel Ulrike Oberhammer. „Damit wurde die Entscheidung anderen überlassen.“ Madeleine Rohrer vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz kritisiert dagegen das große Schweigen zur Umweltpolitik. <BR /><BR />Bedenklich findet die Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes, <b>Angelika Mitterrutzner</b> die niedrige Wahlbeteiligung. Es gebe Länder, in denen man entweder nicht oder nur bestimmte Parteien wählen dürfe. Es sei gut, dass neben der SVP auch andere Parteien Kandidaten aufgestellt haben. Die SVP habe auch aufgrund ihrer Uneinigkeit in der Vergangenheit an Stimmen verloren. Was Giorgia Meloni betrifft, so gibt sich Mitterrutzner abwartend. Aber: „Wir sollten hellhörig sein – in allen Belangen.“ Die Autonomie sei aber nicht in Gefahr. Leid tun würde ihr, wenn es jetzt in den Beziehungen Italiens zur EU zu Problemen kommen würde und bei den Projekten des Wiederaufbauplans Sand ins Getriebe käme. <BR /><BR />Die Vorsitzende des Landesbeirats für Chancengleichheit, <b>Ulrike Oberhammer</b>, meint: „Sollte Giorgia Meloni Ministerpräsidentin werden, so wird sich zeigen, wie weitsichtig und modern sie ist: ob sie sich ein Vorbild nimmt an den nordischen Staaten wie Finnland und viele Frauen in die Regierung beruft oder – wie oft bei rechten Parteien – eine One-woman-show machen möchte.“ Meloni habe bereits angekündigt, dass sie von Quoten gar nichts halte und diese abschaffen möchte. Oberhammer begrüßt es, dass in Südtirol die autonomiefreundlichen Kräfte gewonnen haben. Schlimm sei, dass so viele Bürger nicht zur Wahl gingen. „Politik geht uns alle an und alle sollten vom Wahlrecht Gebrauch machen, vor allem Frauen“, meint Oberhammer.<BR /><BR /><embed id="dtext86-56221034_quote" /><BR /><BR />Der Vorsitzende des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit, <b>Wolfgang Obwexer</b>, betont, dass die römische Regierung ein großes Augenmerk auf die soziale Krise legen muss. „Daran wird jede Regierung gemessen werden. Denn die Pandemie, die Wirtschaftskrise und die Energiekrise sind auch eine große soziale Krise.“ Obwexer zeigt sich zudem besorgt, dass die Rechte von Randgruppen wie Lesben oder Schwule in Gefahr geraten könnten und nicht mehr so respektiert werden. „Wir wünschen uns, dass sich die Parlamentarier in Rom auch für soziale Themen einsetzen und auch für die Vielfalt im Sozialen und dazu die Stimme erheben und unterstützungsbedürftige Gruppen in Schutz nehmen.“<BR /><BR />Die Geschäftsführerin des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, <b>Madeleine Rohrer</b>, kritisiert, dass bei den Wahlsiegern auf gesamtstaatlicher Ebene die Erderwärmung als Thema nicht vorkommt. „Umweltpolitisch herrscht ein großes Schweigen. In der Rhetorik und in der Kampagne war der Umweltschutz das erste, was man geopfert hat. Für uns als Umweltverbände bedeutet dies, dass wir uns noch mehr anstrengen müssen. Denn die Gewählten, die uns heute repräsentieren, brauchen noch Nachhilfe in Sachen Klimaschutz“, meint Rohrer. <BR /><BR /><embed id="dtext86-56221039_quote" /><BR /><BR /><BR />Die Vorsitzende der Südtiroler in der Welt, <b>Luise Pörnbacher</b>, hofft, dass Giorgia Meloni ihr Versprechen einlöst, und sich darum bemüht, dass die verschiedenen politischen Gruppen sich einigen. In Rom sollte es nicht weitergehen mit der bisherigen politischer Uneinigkeit, sondern mit konstruktiver Arbeit. Traurig ist für Pörnbacher die niedrige Wahlbeteiligung in Südtirol. „Jeder will immer mitreden und hat auch eine Meinung. Wenn es aber darauf ankommt, verzieht man sich aber in eine Ecke und will sich doch nicht beteiligen.“ Sie hoffe ganz fest, dass es für Südtirol keine großen Einschnitte und Veränderungen geben wird und Südtirol keine Prügel in den Weg gelegt werden, sondern sich positiv weiterentwickeln kann.<BR /><BR />Jugendring-Chefin <b>Tanja Rainer</b>, betont: „Der Wählerwille ist zu respektieren, Giorgia Meloni muss jetzt beweisen, ob sie das Vertrauen der Italiener verdient hat. Zu denken gibt der Rückgang der Wahlbeteiligung.“ Politikverdrossenheit entstehe auch deshalb, weil um die Stimmen von jungen Menschen vor den Wahlen gebuhlt werde, danach würden sie aber nicht richtig angehört, meint Rainer.<BR /><BR />Schützen-Landeskommandant <b>Roland Seppi</b> geht davon aus, dass Südtirol als Minderheit nun „einem noch größerem Druck eines großen gefährlichen Nachbarn ausgesetzt wird“. Giorgia Meloni werde sich aber „sehr bald an jene richten müssen, von denen Italien mittlerweile finanziell abhängig ist: an die EU und die EZB, so Seppi. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />