Gegen Mitternacht wurde ein Fahrer auf einem Parkplatz hinter dem 1.-Mai-Platz durch Schreie geweckt. „Ich habe die Vorhänge beiseitegeschoben und gesehen, wie ein Mann mitten auf dem Platz stand, schrie und sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Nach ein paar Schritten brach er zusammen“, schildert der Zeuge, der sofort den Notruf wählte.<BR /><BR />Kurz darauf traf eine Polizeistreife ein. Ein Beamter versuchte, den am Boden liegenden Mann wiederzubeleben – vergeblich, schildert der Zeuge seine Beobachtungen dem „Alto Adige“. Unter seinem linken Arm breitete sich bereits eine große Blutlache aus. Der Zeuge und einige Kollegen seien zur Polizeiinspektion gebracht worden, um bei der Rekonstruktion des Vorfalls zu helfen. „Ich kann nicht sagen, was vorher passiert ist, ich habe geschlafen“, berichtet der Mann. „Aber offenbar hatten die beiden den Abend zusammen verbracht, geredet, Musik gehört. Dann muss es plötzlich zum Streit gekommen sein – und zu den Messerstichen.“<BR /><BR />Während die Einsatzkräfte versuchten, das Opfer zu reanimieren, bemerkte ein anderer Lkw-Fahrer, dass der Fahrer eines nah geparkten Lastwagens den Motor startete und davonfuhr. „Ich fand es seltsam“, erzählt der Zeuge, „denn nachts gilt Fahrverbot für Lkw, und das Fahrzeug war kein Kühltransporter. Erst später habe ich die tote Person auf dem Platz mit dieser plötzlichen Abfahrt in Verbindung gebracht.“<BR /><BR />Hinter dem Steuer saß mutmaßlich Iulian Alinil Brujan, 47 Jahre alt, ebenfalls Rumäne. Wie das Opfer, der 35-jährige Ionut Marius Cal, arbeitete er für eine rumänische Spedition. Beide waren verheiratet und Väter. Brujan wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft im Gefängnis von Bozen. Er gilt als tatverdächtig, Cal erstochen haben.<BR /><BR />Vor der Staatsanwaltschaft machte der Verdächtige keine Aussage. Die Indizien seien jedoch erfrückend, heißt es: Brujan sei mit Blutspuren an Kleidung und Körper aufgegriffen worden. Auch in der Fahrerkabine seines Lkw fanden die Beamten blutverschmierte Kleidungsstücke.