Montag, 19. Februar 2018

Das sind Südtirols Familien

Was verstehen Südtiroler unter Familie? Welche Lebensbereiche sind ihnen wichtig? Wie sind die Einstellungen zu Partnerschaft und Kinderplanung? Die am Montag vorgestellte Studie des Landesinstitut für Statistik ASTAT gibt Antworten.

Die Studie des Landesinstitut für Statistik ASTAT zeigt Südtirols Familien in Zahlen auf.
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Die Studie des Landesinstitut für Statistik ASTAT zeigt Südtirols Familien in Zahlen auf. - Foto: © shutterstock

Für die Studie wurden Südtiroler zu verschiedenen Themen in Bezug auf Familie, Kinder und Partnerschaft befragt. Aufgrund des allgemeinen Wertewandels, erweitert nunmehr eine Vielzahl an alternativen Lebensformen die bürgerliche 2-Generationen-Familie, zum Beispiel Singlehaushalte, kinderlose Ehen, und gleichgeschlechtliche Paare.

Sinkende Geburtenrate

Seit 3 Jahrzehnten nimmt die Geburtenrate laut Studie ab: Zwar kommen hierzulande immer noch mehr als 5000 Kinder pro Jahr zur Welt, doch bewirkt die konstant bleibende Geburtenzahl bei steigenden Bevölkerungszahlen ein Absinken der Geburtenraten. Wurden in den 60er-Jahren noch mehr als 20 Kinder je 1000 Einwohner geboren, ist es gegenwärtig nur mehr die Hälfte: 2016 liegt die Geburtenrate bei 10,4 Lebendgeborenen je 1000 Einwohner.

Familienstand: ledig

Insgesamt ist rund die Hälfte der Südtiroler ledig, nur 2 von 5 sind verheiratet (oder gesetzlich getrennt), die restlichen geschieden oder verwitwet.

Während anteilsmäßig mehr Männer (54,7 Prozen) als Frauen (47,2 Prozent) unverheiratet sind, ist von den Verwitweten der Großteil weiblich: Da Frauen generell jünger als ihre Ehepartner sind und ein höheres Lebensalter erreichen, ist die Witwenquote (9,5 Prozent) fünfmal so hoch wie der Anteil der Witwer (1,9 Prozent). Auch bei den Geschiedenen überwiegen die Frauen (3,4 Prozent gegenüber 2,6 Prozent der Männer), weil Männer stärker dazu tendieren, wieder zu heiraten.

Eheschließungen: Ältere Brautpaare

Im Allgemeinen lässt sich ein rückläufiger Trend der Eheschließungen beobachten: Im Jahr 2016 werden landesweit 2135 Hochzeiten verzeichnet, was 4,1 Trauungen je 1000 Einwohner entspricht. Während vor 1970 jährlich 7 bis 8 Paare je 1000 Einwohner den Bund der Ehe eingingen, ist die Eheschließungsrate seither kontinuierlich gesunken und hat sich bis heute in etwa halbiert.

Das Durchschnittsalter des Bräutigams bei der Erstheirat, das bis in die 1990er-Jahre unter 30 Jahren lag, beträgt im Bezugsjahr 36,7 Jahre, jenes der Braut stieg von 26,1 (1990) auf 34,0 Jahre (2016).

Trennungen und Scheidungen

Während viele Paare heutzutage gar nicht erst heiraten, gehen immer mehr der bestehenden Ehen in die Brüche: Seit Mitte der 80er-Jahre hat sich die Zahl der Trennungen in etwa verdoppelt, jene der Scheidungen sogar verfünffacht. Der sprunghafte Anstieg der Jahre 2015 und 2016 lässt sich vor allem durch die juristische Neuregelung des Scheidungsverfahrens erklären.

Immerhin dauert eine Ehe im Schnitt fast 20 Jahre, bevor sie endgültig aufgelöst wird.

Wohnsituation der Südtiroler

65,2 Prozent der Haushalte leben in einer Eigentumswohnung. Von diesen zahlen ca. 3 von 10 derzeit ein Darlehen. 25,2 Prozent leben in Miete und 9,6 Prozent aufgrund eines anderen Rechtstitels in der Wohnung. Mietverhältnisse kommen in der Landeshauptstadt häufiger vor (41,2 Prozent) als im Rest der Provinz (20,4 Prozent).

Was macht eine Partnerschaft aus?

Die Vorstellung, was eine gute Ehe bzw. Partnerschaft ausmacht, ist für die meisten klar: Mehr als die Hälfte der Südtiroler erachten gegenseitigen Respekt und Anerkennung, Treue, Verständnis und Toleranz füreinander, das gegenseitige Einräumen von Freiräumen, die Bereitschaft zu einer offenen Kommunikation untereinander (auch im Falle von Konflikten) und die gemeinsame Verantwortung für eventuelle Kinder als „sehr wichtig“.

Gemeinsame Interessen, ein befriedigendes Sexualleben, finanzielle Stabilität sowie gleiche religiöse und politische Anschauungen werden hingegen als weniger wichtig eingestuft. Weniger als die Hälfte der Südtiroler erachtet gemeinsame Kinder als essenziell für eine gute Partnerschaft.

Was bedeutet für die Südtiroler Ehe?

Kinderplanung

54,3 Prozent der 18- bis 49-Jährigen haben Kinder. Von jenen, die bereits Eltern sind, haben 44 Prozent 2 Kinder, 36,9 Prozent eines und 19,1 Prozent 3 oder mehr. 4,4 Prozent der 18- bis 49-Jährigen erwarten derzeit ein Kind - dies entspricht in etwa 4500 laufenden Schwangerschaften. Außerdem planen etwa die Hälfte der Südtiroler (49,0 Prozent) im Alter von 18 bis 49 Jahren, in der Zukunft Kinder zu haben.

Die Familienstudie von 2016 beinhaltet noch weitere Themen, wie die Kinderbetreuung und –erziehung, sowie die Vereinbarung von Arbeit und Familie und Konfliktsituationen in Familien und Partnerschaften.

stol/ape

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