Das Gebiet ist am Montagabend von einem Erdbeben der Stärke 4,4, dem stärksten seit 40 Jahren, erschüttert worden. Es folgten über 160 Nachbeben, berichtete gestern Katastrophenschutzminister Nello Musumeci. Nach dem Beben verbrachten viele Menschen die Nacht im Freien. Die Schulen in Pozzuoli und anderen Städten der Region blieben gestern als Vorsichtsmaßnahme geschlossen. 39 Familien wurden aus ihren Häusern evakuiert, während die Insassen des örtlichen Frauengefängnisses vorübergehend in andere Strafanstalten in Kampanien verlegt wurden. Heute gab es erneut ein Beben der Stärke 3,4. <h3> Risse an Gebäuden</h3>Als Anlaufstelle für verängstigte Einwohner wurden in Pozzuoli Notunterkünfte eingerichtet, wie Bürgermeister Luigi Manzoni mitteilte. Rettungsdienste in der Region meldeten Risse an Gebäuden und herabgefallene Teile. Ein Amateurvideo aus der Stadt Pozzuoli zeigte, wie durch die Erschütterungen in einem Supermarkt Flaschen aus den Regalen fallen und über den Boden rollen. <BR /><BR /><BR /> Die Phlegräischen Felder liegen zwischen Pozzuoli und Neapel. Das Gebiet der „brennenden Felder“ ist derzeit vom sogenannten „Bradyseismus“ betroffen, d. h. von Bodenerhebungen infolge der seismischen Aktivität in dem vulkanischen Gebiet. In jüngster Zeit hatte dort eine zunehmende vulkanische Aktivität durch aus dem Magma freigesetzte Gase für Unruhe bei den Bewohnern gesorgt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1031100_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„Ein Erdbeben der Stärke 4.4 bezeugt, dass der Druck unter der Erdkruste zugenommen hat. Schon 2018 hatte ich bei den Behörden vor der Gefahr eines stärkeren Erdbebens gewarnt. Es ist wichtig, dass die Stabilität der Häuser geprüft wird. Viele von ihnen sind alt und können einer stärkeren Erschütterung nicht Stand halten“, warnte Giuseppe De Natale, Vulkanologe beim Vulkanologie-Institut INGV. Ein Erdbeben der Stärke 4.4 sei im hochseismischen Italien keine Seltenheit. „In diesem Fall jedoch lag das Epizentrum nur 2 Kilometer tief, daher ist eine derartige Erschütterung so klar zu spüren“, so De Natale. <BR /><BR /><BR />Antonello Fiore, Präsident der italienischen Gesellschaft für Umweltgeologie, forderte die Regierung zum Handeln auf. „Die seismische und vulkanische Sicherheit muss zur Priorität der Regierung werden. Ziel sind strukturelle Vorbeugungsmaßnahmen zum Schutz von Menschenleben, der Gebäude und der Infrastruktur.“ Die bestehenden Notfallpläne könnten für die Evakuierung der Bevölkerung im dicht besiedelten Gebiet um Neapel im Fall eines Ausbruchs nicht ausreichen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1031103_image" /></div>