Samstag, 12. November 2016

Das Trentino legt den Molvenosee trocken

Der Molvenosee im Trentino ist ein beliebter Badesee. Jetzt wurde mit der Trockenlegung des Sees begonnen. Am Ende soll weniger als ein Drittel des ursprünglichen Wasservolumens drinnen bleiben. Die Aktion klingt komisch, ist aber notwendig, heißt es.

Der Molvenosee nordwestlich von Trient: ein Schauspiel von Farben, mitten im Naturpark Adamello Brenta.
Der Molvenosee nordwestlich von Trient: ein Schauspiel von Farben, mitten im Naturpark Adamello Brenta. - Foto: © shutterstock

Vor wenigen Tagen hat die Gesellschaft Hydro Dolomiti Energia mit den Arbeiten zur Trockenlegung des Sees begonnen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei ein wirklicher Unterschied noch nicht zu erkennen, schreibt das Trentiner Blatt „L’Adige“ online. Doch schon in wenigen Wochen soll das anders sein.

Mitte Jänner 2017 soll das Wasservolumen des Molvenosees um über zwei Drittel geschrumpft sein: Dann werden sich „nur noch“ 50 Millionen Kubikmeter Wasser im See befinden. Zum Vergleich: Der Reschensee hat ein Volumen von circa 120 Millionen Kubikmeter.

Instandhaltungsarbeiten am E-Werk

Das Ablassen des Wassers klingt erst nach einer seltsamen Aktion, sei allerdings notwendig, heißt es: Wie der "L' Adige" berichtet, verlaufen 50 Meter unterhalb der Seeoberfläche Rohre, die zum Wasserkraftwerk von Nembia gehören. Diese müssen instandgehalten und von Schlamm gereinigt werden. Die Arbeiten werden alle zehn Jahre fällig. Zuletzt wurde der See 2005 trockengelegt.

Die nächste Trockenlegung war für das Jahr 2015 vorgesehen. Doch damals machte der Giro d’Italia-Tross in der Region Station: Man entschied, die Aktion um ein Jahr zu verschieben. Filmaufnahmen sollten keinen desolaten Krater zeigen.

Neuer Slogan: „Venite a vedere il lago vuoto!“

Wird der See abgelassen, wird mit Schäden touristischer Natur – man denke an das Image der Gegend – und an Umwelt – man denke an die Fisch- und Laichbestände – gerechnet. Hydro Dolomiti Energia soll, so berichtet „L‘ Adige“, 50.000 Euro an einen Fischerverein in Molveno zahlen. Und auch die findigen Tourismustreibenden der Gegend wollen aus der Not eine Tugend machen: „Venite a vedere il lago vuoto“ – so der Slogan für die Zeit von Weihnachten bis März.

Am 10. März soll der Molvenosee wieder vollständig mit Wasser gefüllt werden.

stol

stol