Wie sich die Bauern unter diesen Vorzeichen auf die beginnende Weidesaison vorbereiten, lesen Sie hier. <BR /><BR /><BR />Von Martin Schmidt <BR /><BR />Allein im Vorjahr fielen im Tal rund 100 Schafe dem Wolf und dem heimischen Goldschakal zum Opfer. Doch die Bauern wollen nicht aufgeben und bereiten sich schon jetzt auf die beginnende Weidesaison vor. <BR /><BR />„Wir haben gesagt, einmal probieren wir es dieses Jahr noch“, erklärt Züchter Günther Pernthaler. 9 Bauern planen, Anfang Juni ungefähr 220 Tiere auf die Kofelalm am Günther-Messner-Steig zu treiben. „Wir fangen in dieser Woche damit an, das Gelände an den Sonnenhängen einzuzäunen“, schildert Pernthaler. Schattenseitig liege aber noch sehr viel Schnee, was die Vorbereitungen verzögern könne. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="639149_image" /></div> <BR />Vor dem Auftrieb werde man der Schafherde im Tal 2 Wochen Zeit geben, sich langsam an die ungewohnte Anwesenheit von Hütehunden zu gewöhnen. „Dieses Jahr probieren wir ein neues System mit 2 jungen Hirten und Hunden“, erklärt Pernthaler. Der Plan sei es, die Schafe jede Nacht in einem Nachtpferch sicher vor den Wölfen unterzubringen. Bei den Hunden handle es sich um normale Hütehunde der Rasse Border Collie, die den Hirten dabei helfen sollen, die Schafe in den Pferch zu treiben. Richtige Hirtenhunde wie Maremmen-Abruzzen-Schäferhunde könne man wegen der vielen Wanderer in der Nähe nicht riskieren. „Wegen der Aufgabe dieser Hunde, die Herde gegen alle Eindringlinge von außen zu verteidigen, würde es wahrscheinlich Verletzte geben“, befürchtet Pernthaler. <BR /><BR /><Fett>Allein Günther Pernthaler verlor im Vorjahr 12 Tiere</Fett><BR /><BR />Seit 3 Jahren treiben Bauern im Rahmen des Projekts Villnösser Brillenschafe ihre Schafe auf die Kofelalm. Das Villnösser Brillenschaf gilt seit 2001 offiziell als eine vom Aussterben bedrohte Rasse, mit dem Projekt sollte es vermehrt gezüchtet werden. Der Bestand liegt in Südtirol derzeit bei gut 1000 Tieren, und die Tendenz zeigt wegen der vielen Risse nach unten. <BR /><BR />Im Jahr 2020 wurden in Villnöß rund 100 Brillenschafe gerissen, allein Günther Pernthaler hat 12 Tiere verloren. Das sei einfach zu viel. „Wenn ich 20 Schafe auf die Alm bringe und eines davon wird gerissen, dann kann ich vielleicht damit leben“, sagte Pernthaler. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="639152_image" /></div> <BR />Wenn die neuen Maßnahmen keinen Erfolg hätten, sei das Projekt auf der Kofelalm zum Scheitern verurteilt. Über die weitere Vorgehensweise in diesem Fall sei noch nicht diskutiert worden, weil die Schafzüchter noch immer Hoffnung hätten. Maßnahmen werde man erst beschließen, falls der Ernstfall wirklich eintritt. Möglich sei ein Verkauf der Schafe, aber auch eine Unterbringung auf anderen Almen.<BR /><BR />Neben dem Wolf haben die Schafzüchter auch gegen den seit einigen Jahren heimischen Goldschakal zu kämpfen. Die beiden Raubtiere teilen sich ihr Revier nicht, weiß Jäger Pernthaler zu berichten, auf den Almen dulde der Wolf den Goldschakal nicht. Aber auf den Weiden im Tal stelle dieser eine Gefahr dar. „Ich habe meine Schafe vergangene Woche auf die Weide gebracht, wo sie Tag und Nacht im Freien bleiben“, erzählt Pernthaler. Die Weide sei nur mit Strom eingezäunt, weil Holzzäune nutzlos seien. Jeden Tag könne da etwas passieren. Die Raubtiere würden jetzt im Frühjahr ihre Jungtiere aufziehen, da sei auch der Hunger am größten. „Hoffentlich haben wir jetzt im Tal ein bisschen Ruhe, und dann später im Sommer oben auf der Alm“, hofft Pernthaler. <BR />